Lösslehm, Tonstein, Torf und mehr

Baugrund

Die Art des Baugrunds bestimmt die Baukosten in entscheidender Weise. Ein stabiler Baugrund, wie der in Sindelfingen weit verbreitete Ton- und Mergelstein (oberes Bild) sowie die tiefgründigen Böden aus Lösslehm (mittleres Bild) erfordern in der Regel keine kostenintensiven Maßnahmen. Hier kann in der offenen Baugrube gearbeitet werden, die nicht stabilisiert werden muss.

Keuper beim Schlandererareal
Quartär im Allmendäcker

Dagegen verursacht ein Baugrund aus weichem Material wie Ton und Torf zusätzliche Kosten, weil die Baugrube mit Spundwänden verbaut werden muss. Neben der reinen Stabilität spielt zufließendes Grundwasser eine große Rolle. In diesem Fall muss der Keller gesichert werden, z.B. mit einer Abdichtung gegen Grundwasser.

Torfige Talaue der Schwippe in der Unteren Vorstadt mit Spundwänden gegen Wassereintritt und zur Stabilisierung

Weil im Raum Sindelfingen die Art des Baugrund auf sehr engem Raum häufig wechselt, wird von der Stadt Sindelfingen, dem Bauamt und dem Vermessungsamt eine spezielle Baugrunddatenbank geführt und kontinuierlich aktualisiert. Diese enthält u.a. alle Bohrungen und alle oberflächennahen Erkundungen (Sondierungen), die in den letzten 60 Jahren in Sindelfingen ausgeführt wurden. Aus diesen wurden mehrere Karten erstellt, welche die verschiedenen geologischen Untergründe und somit die Art des Baugrunds zeigen (vgl. Kartenviewer unten).

Bodenschutz

Beim Bau eines Gebäudes wird in den Naturhaushalt eingegriffen, durch die Versiegelung des Geländes und den Abtrag des fruchtbaren Oberbodens, der in Tausenden von Jahren gebildet worden ist (fruchtbarer und tiefgründiger Lösslehm, mittleres Bild). Zur Minimierung der unvermeidlichen Eingriffe gibt es das Bundesbodenschutzgesetz und die Bodenschutzverordnung, die einen schonenden Umgang fordern. Um dem nachzukommen, entwickelt die Stadt Sindelfingen bei allen größeren Bauvorhaben immer eine Gesamtkonzeption für den Schutz, die Verwertung und die Verwendung der Böden.