Hohe Qualität sicherstellen

Grundwasser und Grundwasserschutz

Grundwasser ist eine durchgehende Wasseransammlung in tiefen Bodenschichten, die durch das Versickern von Niederschlägen oder aus Seen und Flüssen dorthin gelangt. Da es im allgemeinen von Sanden, Kiesen und anderen Teilchen im Boden gefiltert wird, ist es sehr sauber und eignet sich hervorragend als Trinkwasser.

Trotzdem kann es durch Altlasten und einsickernde Schadstoffe verschmutzt werden. Für den Schutz der wertvollen Ressource Grund- und Trinkwasser ist das Bau- und Grünflächenamt der Stadt Sindelfingen verantwortlich. Mit einem Messnetz von über 200 Grundwassermessstellen (vgl. Bild unten) wird in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken die hohe Qualität des Sindelfinger Grundwassers sichergestellt.

An den Messstellen wird nicht nur die Qualität des Grundwassers gemessen (z.B. die Höhe von Schadstoffen aus Industrie, Landwirtschaft und Haushalten), sondern auch der Abstand der Grundwasserspiegels von der Bodenoberfläche. Aus diesen Daten lässt sich ein sogenannter Grundwassergleichenplan errechnen, in dem die Höhenlage und die Fließrichtung des Grundwassers für jedes Grundwasserstockwerk dargestellt sind (vgl. Kartenviewer unten). Je oberflächennäher ein Grundwasserstockwerk ansteht, umso schneller erfolgt die Reaktion auf die Witterungsverhältnisse. Leider gilt dies aber auch für die Gefahr von schädlichen Einträgen, deshalb ist die Vorsorge so entscheidend.

Die in Sindelfingen versickernden Niederschläge speisen viele örtliche Brunnen und Quellen, 25 % der Fläche sind seit 1994 zudem ausgewiesene Trinkwasserschutzzone. In den 90er Jahren wurde unter Mitwirkung der Stadt belegt, dass sich Sindelfingen im Neubildungsgebiet der Heil- und Mineralquellen Stuttgart, Bad Cannstatt und Berg befindet, seit 2002 mit einem ausgewiesenen Schutzgebiet. Das auf der Sindelfinger Gemarkung versickernde Niederschlagswasser erreicht Stuttgart nach einem Fließweg von 18 km und einer Fließzeit von rund 20 Jahren. Der Grundwasserschutz in Sindelfingen hat also nicht nur lokale Auswirkungen, sondern dient auch der Erhaltung der bedeutendsten Heilquellenvorkommen Westeuropas.

Gesamtwasserversorgungskonzept

Um die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser sicherzustellen haben Stadt und Stadtwerke ein neues Gesamtwasserversorgungskonzept erarbeitet. Darin werden alle Aspekte des Sindelfinger Wassers berücksichtigt, von der Entstehung über die Nutzung bis zum voraussichtlichen Bedarf im Jahr 2050. Hieraus ergeben sich Empfehlungen zum zukünftigen kommunalen Gesamtwassermanagement, z.B. dass der Anteil an Trinkwasser aus eigenen Brunnen mindestens 13% betragen soll. Auf diese Weise wird eine gewisse Unabhängigkeit gewährleistet, die besonders in Notfällen zum Tragen kommt, z.B. bei Beeinträchtigungen der Bodensee-Wasserversorgung. Einen Überblick über die Geologie und den Ausbau aller Brunnen und Quellen bietet das Sindelfinger BrunnenNavi.