Befragung zur Vereinslandschaft in Sindelfingen beendet

Prüfung eines Kultur- und Bürgerzentrums

Der Prüfauftrag aus dem Strategieprojekt 11.1 ist abgeschlossen. Die Verwaltung hat im Rahmen einer umfangreichen Vereinsbefragung und begleitender Bestandsaufnahme städtischer Veranstaltungsräumlichkeiten den Bedarf eines Kultur- und Bürgerzentrums in Sindelfingen festgestellt. Aufgrund der Prüfung verschiedener potentieller Räumlichkeiten und der intensiven Auseinandersetzung mit den Vorstellungen von DOMO NOVO schlägt die Verwaltung die Errichtung eines Kultur- und Bürgerzentrums in einem neuen Gebäude an der Stelle der Alten AOK vor. Vor Grundsatzentscheidung und Konzeptentwicklung soll es einen breiten Bürgerbeteiligungsprozess geben. „Mit einem neuen Kultur- und Bürgerzentrum können wir das bürgerschaftliche Miteinander weiter stärken und so einen wichtigen Beitrag leisten zur weiteren Entwicklung Sindelfingens“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.


***Aktuelles***

Bürgerinformation Kultur- und Bürgerzentrum am 5. Juli

Die Verwaltung schlägt die Errichtung eines Kultur- und Bürgerzentrums in einem neuen Gebäude an der Stelle der Alten AOK vor. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung im Rahmen des breiten Bürgerbeteiligungsprozesses präsentierte die Stadtverwaltung ihre Vorschläge, Gabriele Steffen vom Institut WEEBER+PARTNER präsentierte die Ergebnisse der Vereinsumfrage. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer, Erster Bürgermeister Christian Gangl, Bürgermeisterin Dr. Corinna Clemens sowie der Leiter des Kulturamts und Projektleiter Horst Zecha und Hans-Georg Burr, Leiter des Amts für soziale Dienste beantwortet die Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Im Rahmen der Informationsveranstaltung hatte auch die DOMO NOVO Gruppe die Möglichkeit ihr Konzept vorzustellen und den Interessierten Rede und Antwort zu stehen.

>> download Präsentation der Bürgerinformationsveranstaltung (6,331 MiB)

>> download Präsentation DOMO NOVO (2,012 MiB)
Präsentation von Herbert Rödling Förderverein Bürger- und Kulturzentrum DOMO-NOVO e.V.


Beispielhafte Visualisierung / ARP Stuttgart

2014 erfolgte im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprojektes „Sindelfingen 2025“ der Gemeinderatsbeschluss für das Leitprojekt 11.1: „Prüfung eines multifunktionalen Kultur- und Bürgerzentrums in der Innenstadt“. Auf Basis dieses Beschlusses sowie der Tatsache, dass sich die bisherigen Vereinsräumlichkeiten in der Alten AOK in einem baufälligen und nicht mehr sanierungsfähigen Zustand befinden, hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten den Bedarf eines Kultur- und Bürgerzentrums in der Sindelfinger Innenstadt mit einem eindeutigen Ergebnis geprüft. „Aufgrund des baulichen Zustands der Alten AOK und aufgrund vieler Gespräche mit den Vereinen ist uns klar geworden, dass die Alte AOK in der jetzigen Form keine Zukunft mehr hat. Wir wollen sie daher durch den Neubau eines Kultur- und Bürgerzentrums in der Sindelfinger Innenstadt ersetzen. Und wir sind überzeugt, dass auch im Vergleich mit anderen Varianten ein Neubau eines Kultur- und Bürgerzentrums an der Stelle der Alten AOK die beste und auch finanziell vertretbare Lösung ist“ so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.

Vorgehensweise der Prüfung
In einem ersten Schritt hatte die Verwaltung im vergangenen Jahr in einer groß angelegten Vereinsumfrage den Bedarf von rund 300 Vereinen hinsichtlich Räumlichkeiten abgefragt. Die Ergebnisse der Befragung mit einer sehr guten Rücklaufquote von 50% zeigten, dass nur rund 12% der Vereine konkrete Raumwünsche äußerten. Etwa 50% hatten jedoch Interesse an Räumlichkeiten in einem möglichen Kultur- und Bürgerzentrum und begründeten dies in erster Linie durch den Mehrwert durch die Vernetzung mit anderen Vereinen. Entsprechend der geäußerten Bedarfe, des Raumbedarfs für die derzeit in der Alten AOK untergebrachten Vereine sowie des Bedarfs an Räumlichkeiten für Kommunikation und Begegnung ergibt sich aus Basis von Mehrfachnutzungen ein Bedarf von ca. 2.500 bis 3.000qm für ein Kultur- und Bürgerzentrum.
 
In einem zweiten Schritt wurden mögliche Räumlichkeiten wie z.B. das ehemalige Kino am Marktplatz, die Eschenriedschule oder Räumlichkeiten im Zusammenhang mit einer Neubebauung des Post-Volksbank-Areals hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit als Kultur- und Bürgerzentrum geprüft. Aufgrund von Größe, Besitzverhältnissen sowie einem unklaren Zeithorizont mussten die meisten Vorschläge verworfen werden – darunter auch die Idee der DOMO NOVO Gruppe. „Die Kosten und insbesondere auch Folgekosten einer Nutzung des DOMO als Kultur- und Bürgerzentrum sind strukturell im Haushalt nicht darstellbar“, so Erster Bürgermeister Christian Gangl.
 
DOMO NOVO
Die Gruppe DOMO NOVO hatte eine Nutzung des DOMOs als Haus der Bürgerschaft und soziokulturelles Zentrum mit zentralem Veranstaltungssaal, Gastronomiebereich, Musikclub und Flächen für Start-Ups vorgeschlagen. „Die Idee das leerstehende Gebäude zu nutzen und kulturell zu beleben sieht auf den ersten Blick gut aus, allerdings übersteigen die rund 10.000qm auf 4 Stockwerken sowohl den Bedarf als auch die finanziellen Mittel der Stadt bei weitem“ , so Horst Zecha, Leiter des Amts für Kultur und Projektleiter. Die Prüfung der Stadt ergab hinsichtlich der Kosten eine starke Abweichung zu den durch DOMO NOVO ermittelten Kosten. So würden Erwerb und Sanierung des Gebäudes entsprechend eines Angebots des Eigentümers sowie einer Schätzung der Sanierungskosten auf Basis fachlicher Erfahrungswerte Kosten von rund 22,1 Mio.€ verursachen (Kostenermittlung DOMO NOVO auf Basis von Schätzungen 10 Mio. €). Auf Grundlage konkreter Angebote des Eigentümers wurden ebenfalls Mietlösungen untersucht, die jedoch auf 20 Jahre gerechnet die Erwerbs- und Sanierungskosten noch deutlich überschreiten würden (42,4 Mio. € unsaniert; 39,6 Mio. € saniert/jeweils ohne Zinseffekte). Dem gegenübergestellt, würden sich die Kosten zur Anmietung eines Neubaus mit 3.000qm an Stelle der Alten AOK für 20 Jahre ohne Zinseffekte auf rund 11,9 Mio. € belaufen. Auch wäre die Sanierung des DOMOs mit hohen baulichen sowie rechtlichen Risiken verbunden, des Weiteren die Dimensionen der Räumlichkeiten zu groß. Die Verwaltung empfiehlt deshalb die Variante „DOMO NOVO“ für die Entwicklung eines Kultur- und Bürgerzentrums nicht weiterzuverfolgen. Dennoch sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer: „Wir finden den großen Einsatz und das kreative Potenzial der DOMO NOVO Gruppe beachtlich und freuen uns auch über dieses Engagement. Wir würden uns freuen, wenn es uns gelingt, die Aktiven auch bei der weiteren Entwicklung eines Kultur- und Bürgerzentrums mit einzubinden.“
 
Breite Bürgerbeteiligung im weiteren Prozess
Vor der Grundsatzentscheidung und zur Konzeptentwicklung wird es einen breiten Bürgerbeteiligungsprozess geben. „Wir wollen den intensiven Bürgerbeteiligungsprozess weiter fortsetzen: deshalb haben wir im heutigen Gemeinderat auch keine Beschlussvorlage, sondern einen mündlichen Bericht vorgesehen. Dies soll der Startpunkt sein für die öffentliche Diskussion über die Realisierung eines Kultur- und Bürgerzentrums – jetzt auf der Basis klarer Fakten“, erläutert Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer die Vorgehensweise.
Für den 5. Juli ist um 19 Uhr eine Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle vorgesehen, zu der auch die DOMO NOVO Gruppe die Gelegenheit hat ihre Idee vorzustellen. Nach den Sommerferien wird es weitere Beteiligungselemente wie z.B. Workshops geben, es ist auch eine Besichtigung vergleichbarer Projekte geplant. „Ein Kultur- und Bürgerzentrum stärkt das bürgerschaftliche Miteinander und kann so entscheidend zur weiteren Entwicklung Sindelfingens beitragen – da ist es klar, dass die Bürgerinnen und Bürger auch bei der Konzeptentwicklung bereits intensiv eingebunden werden“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.


Vereinsumfrage 2015

Rund 300 Sindelfinger Vereine und Organisationen wurden im Sommer 2015 aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen. Ziel der Befragung war es, einen Überblick über die Sindelfinger Vereinslandschaft, ihre aktuelle Lage und ihren Bedarf an Räumlichkeiten zu erhalten.

Das Sindelfinger Vereinsvorsitzendentreffen im Juli 2015

Vereine sind unverzichtbar für das Leben in unserer Stadt – dank ihres Engagements und das ihrer Mitglieder ist Sindelfingen eine Stadt der Vielfalt. Darauf sind wir stolz! Es ist uns ein Anliegen, sie bei Ihren Aktivitäten zu begleiten. Bereits heute arbeiten wir eng zusammen: So haben beispielsweise viele Vereine städtische Räumlichkeiten angemietet. Auch die Gewährung von Fördermitteln ist heute schon ein wichtiger Bestandteil unserer Zusammenarbeit. Bei Veranstaltungen, wie dem Vereinsvorsitzendentreffen, schätzen wir den persönlichen Dialog mit Ihnen.

Der Fragebogen gliederte sich in drei Teilbereiche:

  1. Im ersten Teilbereich wurden allgemeine Daten abgefragt, die auch zur Veröffentlichung im Vereinsregister auf der Homepage von Sindelfingen gedacht sind.
  2. Die internen Informationen aus dem zweiten Teil der Befragung werden nur zusammengefasst veröffentlicht. Das bedeutet, dass diese Daten nur anonym erscheinen, man kann die Daten also nicht mit Ihrem Verein in Verbindung bringen.
  3. Im dritten und letzten Teil erfragten wir schließlich Ihr Interesse an einem möglichen Kultur- und Bürgerzentrum. Diese Daten sind nur für die interne Verwendung bestimmt.

>> Ergebnis der Vereinsumfrage (463,1 KiB)