Radfahrerinnen und Radfahrer

Radnetzkonzeption

Die Stadt Sindelfingen hat bereits zu Beginn der 1980er Jahre am Modellvorhaben "Fahrradfreundliche Städte" teilgenommen und eine gute Infrastruktur für den Radverkehr geschaffen. 20 Jahre später wurde mit der Fahrradstraße im Zuge der Hirsch- und Liebenzeller Straße ein neues Instrument zur Förderung des Radverkehrs erstmals in Sindelfingen und in der Region Stuttgart eingerichtet.

Entwickelt wurde die Fahrradstraße (als ein Baustein eines großen Maßnahmenpakets) vom Stuttgarter Planungsbüro IGV (Ingenieur Gesellschaft Verkehr), das mit einem Forschungs- und Pilotprojekt "Mentale Karten zur Radverkehrsplanung" antrat, um eine Radnetzkonzeption zu erstellen. Gefördert durch das baden-württembergische Innenministerium wurden dabei durch die Einbindung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Interviews und Beobachtungen im Verkehrsraum detaillierte Problemkarten erstellt. Daraus abgeleitet wurden eine Radnetzkonzeption und Maßnahmenpläne entwickelt. In einem Umsetzungszeitraum von ca. 10 Jahren würden Gesamtkosten von ca. 1 Mio. € anfallen, um im gesamten Stadtgebiet 16 Haupt- und 10 Nebenrouten auszubauen.
 
Der Gemeinderat hatte im September 2002 die routenweise Umsetzung dieser Radnetzkonzeption entsprechend der Haushaltslage beschlossen. Als Musterabschnitt, mit dem die Umsetzung beginnen sollte und dann auch begonnen wurde, war die Verbindung zwischen dem Wohnschwerpunkt Hinterweil und der Innenstadt ausgewählt worden. Ein Teilabschnitt dieser Strecke ist die Fahrradstraße im Zuge der Hirsch- und Liebenzeller Straße zwischen Maichinger Straße und DOMO.
 
Mit dieser ersten Fahrradstraße wird den Radlerinnen und Radlern ein Angebot geschaffen, in einer bisher für den allgemeinen Kfz-Verkehr freigegebenen Straße Vorrang vor dem Kfz-Verkehr zu haben. Dieser, durch eine Zusatzbeschilderung in der Fahrradstraße zugelassen, muss seine Geschwindigkeit dem Fahrradverkehr anpassen und sich dem Radverkehr unterordnen. Die Obergrenze der Geschwindigkeit liegt dabei bei maximal 30 km/h.

Im nächsten Schritt prüft das Amt für Stadtplanung und Umwelt, auf welcher der 26 Routen weitere Maßnahmen erfolgen sollen. Die Fortsetzung der Bearbeitung ist für das Jahr 2014 vorgesehen, wenn die Aktivitäten zur Förderung des Radverkehrs intensiviert werden.