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Stadtgeschichte

 

 

Wenn wir uns auf die Suche nach den frühesten Wurzeln des modernen Sindelfingen machen, so müssen wir in der Geschichte weit hinter die mittelalterliche Stadtgründung zurück bis zur Jungsteinzeit gehen. Aus dieser Zeit stammen die ersten, wenn auch noch recht spärlichen Spuren menschlicher Besiedlung. Deutlicher wird das Bild in nachchristlicher Zeit, als zwischen dem ersten und dritten Jahrhundert unterhalb des Goldbergs eine römische Siedlung bestand.

Nach der Vertreibung der Römer siedelten sich auch in Sindelfingen Alemannen an. Die außerordentlich wertvollen Grabbeigaben, die im Bereich des heutigen Stifts-Gymnasiums gefunden wurden, weisen auf eine sehr wohlhabende Oberschicht hin, die hier gelebt hat.

Römischer Mithraskopf, 2. Jh.



Alemannische Schmuckstücke, 7. Jh.

Das älteste Bauzeugnis Sindelfingens ist die romanische Martinskirche, die im 11. und 12. Jh. als Mittelpunkt eines Chorherrenstifts erbaut wurde. Die Chorherren waren Weltgeistliche, deren Lebensführung nicht so streng geregelt war wie die der Mönche. 1263 gründete Graf Rudolf von Tübingen südlich des Stifts in symmetrischer Ausrichtung auf die Martinskirche die Stadt Sindelfingen. Obwohl es sich um zwei eigenständige Rechtsgebilde handelte, waren die Beziehungen zwischen der bescheidenen, bäuerlichen Stadt und dem wohlhabenden Stift aufgrund der räumlichen Nähe immer eng.



Zur finanziellen und personellen Ausstattung ihrer neugegründeten Universität verlegten Graf Eberhard und seine Mutter Mechthild das Stift 1477 nach Tübingen - für Sindelfingen ein herber Verlust, und so ist auch aus den nächsten Jahrhunderten wenig zu berichten. Schwer zu leiden hatten Sindelfinger Frauen im 16. und 17. Jh. unter den Hexenverfolgungen, die in der damals etwa 1400 Einwohner zählenden Stadt mindestens 17 Opfer forderten. Auch an den Folgen des Dreißigjährigen Krieges hatte die Stadt lange zu tragen.

Merianstich Sindelfingen 1643

 

Es dauerte bis ins 19. Jh., bevor Sindelfingen in größerem Umfang über den mittelalterlichen Stadtkern hinauszuwachsen begann. Mittlerweile war das Städtchen zu einem Zentrum der Handweberei in Württemberg geworden, denn viele Menschen mussten sich aufgrund der bedrängenden wirtschaftlichen Situation neben der Landwirtschaft ein weiteres Erwerbsfeld suchen. Die Industrieansiedlung verlief wegen der ungünstigen Verkehrslage zunächst schleppend. Dies änderte sich schlagartig, als die Daimler-Motoren-Gesellschaft 1915 in Sindelfingen ein Zweigwerk gründete. Innerhalb weniger Jahrzehnte wandelte sich die Stadt zu einem modernen Industriestandort. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem auch Sindelfingen durch Luftangriffe schwer zu leiden hatte, nahm die Stadt eine rasante wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung. 1962 zur Großen Kreisstadt erhoben, folgte 1971 die Eingemeindung von Darmsheim und Maichingen. Begleitet war der Wachstumsprozess von einem großzügigen Ausbau der Infrastruktur.

 

Weitere Informationen zur Geschichte Sindelfingens finden Sie unter
www.zeitreise-bb.de.

 

Informationen zum Sindelfinger Hexenpfad finden Sie unter 

SindelfingerHexenpfad


 



 

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