Das Farmhaus ist der Mittelpunkt der Jugendfarm Sindolino / Rückblick auf den Ausbau
Die Jugendfarm Sindolino wird täglich von 40 bis 60 Kindern im Alter zwischen 6 und 15 Jahren besucht. Magischer Anziehungspunkt der Jugendfarm ist der große Tierbetrieb. Schafe, Ziegen und Pferde leben auf der Jugendfarm wie auch Hasen, Schildkröten und Katzen. Das ist nur ein kleiner Auszug aus der großen Tierschar. Zentrum von Sindolino ist das Farmhaus, das zwischen 2003 und 2005 umgebaut und erweitert wurde.
Aus alt mach’ neu: Auf den 2003 begonnenen und 2005 beendeten Umbau des Farmhauses der Jugendfarm Sindolino trifft dieser Spruch mit Sicherheit zu. Grundlage des Umbaus war nämlich Material, das aus dem Abbruch eines Hauses in der Tübinger Allee in Sindelfingen stammte. „Wir haben dieses Haus abgetragen und sämtliches Material wie die Holzkonstruktion, Fenster und Türen auf der Farm zwischengelagert“, erklärt Hermann Ziegler, ehemaliger Bauleiter der Stadt Sindelfingen und inzwischen in Pension. Es sei Zufall gewesen, dass alles gepasst habe.
Die Jugendfarm Sindolino lag Hermann Ziegler schon während seiner Berufstätigkeit am Herzen, daran hat sich im Ruhestand nichts geändert. Ziegler war eine der treibenden Kräfte beim Umbau des Farmhauses. Als Fachmann war er oft an der Baustelle präsent und koordinierte die einzelnen Bauabschnitte, sowie den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer.
Geld sammeln und viele freiwillige Arbeitsstunden
Bevor es aber zum Umbau kam, musste das dafür nötige Geld beschafft werden. Hier zeigte sich einmal mehr, dass die Jugendfarm Sindolino auf den Jugendfarmverein nicht verzichten kann und auch gar nicht verzichten will. Unter Leitung des Vorsitzenden Peter Osterheld organisierte der Jugendfarmverein eine breit angelegte Sammelaktion. So wurden beispielsweise im Rahmen einer Veranstaltung auf dem Marktplatz Tonbausteine verkauft. Der Erlös kam dem Umbau zu gute. „Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Vöhringer hat uns ebenfalls unterstützt. Ebenso wurde eine Sponsorenmappe erstellt“, sagt Peter Osterheld. 10 000 Euro wollte der Jugendfarmverein für die Erweiterung des Farmhauses aufbringen, tatsächlich sammelte er 37 000 Euro. Man sieht Peter Osterheld an, dass er noch heute und zu recht stolz auf diese Summe ist. Ferner wurden vom Stadtjugendring 48 000 Euro aufgebracht. Die Stadt Sindelfingen steuerte 77 000 Euro zum Umbau bei.
Entscheidend für die gelungene Erweiterung war aber nicht nur das gesammelte Geld, entscheidend waren vor allem die Eigenleistungen, die von den Mitgliedern des Jugendfarmvereins, aber auch von den vielen Jugendlichen geleistet wurden, die regelmäßig die Jugendfarm besuchen. Nach einer Auflistung von Hermann Ziegler kamen dadurch etwa 10 000 Stunden an freiwillig verrichteter Arbeit zusammen.
Beginn des Umbaus
Im Jahr 2003 begannen die Umbauarbeiten. Zunächst wurde das Dach des Farmhauses abdeckt. „Wir haben dann auf das untere Stockwerk eine Brettstapeldecke aufgelegt“, erklärt Hermann Ziegler. Auf diese Decke wurde der Neubau aufgebaut. Aus Platzgründen wurde der Zugang zum oberen Stock des Farmhauses nach außen verlegt. Eine Stahltreppe führt jetzt hinauf auf diese Ebene. Am 24. Oktober 2003 wurde auf der Jugendfarm das Richtfest gefeiert, Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer war damals ebenfalls anwesend.
2004 wurde der Innenausbau in Angriff genommen. Auch hier zeigte sich, dass die Beziehungen von Hermann Ziegler und dessen vorausschauende Planung Gold wert waren. Ziegler entwarf den großen Mehrzweckraum im Obergeschoss des Farmhauses so, dass ein Schrank genau in eine Nische passte. Der Schrank selber war ein gebrauchtes Möbelstück, dies gilt auch für die Tische und Stühle, diese waren ebenfalls schon benutzt.
Fertig gestellt wurde der Aufbau des Farmhauses im Jahr 2005. „Wir hatten insgesamt eine Bauzeit von etwa zwei Jahren“, sagt Hermann Ziegler. „Dabei lief der Betrieb der Jugendfarm normal weiter. Wir hatten nur an einem Tag geschlossen“, sagt Erwin Hüttel, Leiter von Sindolino.
Nutzfläche verdoppelt
Durch den Umbau wurde die Nutzfläche des Farmhauses verdoppelt. Die sanitären Anlagen wurden modernisiert und behindertengerecht installiert. Im Obergeschoss wurden Büroräume eingerichtet, zudem entstand eine Wohnung, die von Zivildienstleistenden und Praktikantinnen der Jugendfarm genutzt werden kann.
„Besonders wichtig war, dass wir durch den Umbau einen großen Raum im Obergeschoss bekommen haben, wodurch wir unser Programm für die Kinder erweitern konnten“, sagt Erwin Hüttel. In diesem Raum können Lehrfilme gezeigt werden, dort findet beispielsweise theoretischer Unterricht zum Thema Tierpflege statt. „Im normalen Betrieb wäre das nur sehr schwer möglich“, sagt Erwin Hüttel. Grundsätzlich ließen sich dadurch verschiedene Themen vertieft darstellen.
