„Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika in der Galerie der Stadt Sindelfingen“
Eröffnung: 1. Juli 2007, 11 Uhr
1. Juli – 2.September 2007
Pam Warne von der Iziko South African National Gallery, die Kuratorin der Ausstellung „Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika“, hat für die vom Neuen Berliner Kunstverein konzipierte und organisierte Ausstellung, die nun in Sindelfingen zu sehen ist, die Überschrift „Reality Check“ gewählt. “Realitätsüberprüfung“ meint, dass ein aus jahrelanger Psychose der Apartheid erwachtes Südafrika sich mit der Realität auseinandersetzen muss, statt sie zu negieren oder sich Illusionen hinzugeben.
Die zwölf exemplarisch für die zeitgenössische südafrikanische Fotokunst stehenden Positionen dieser Präsentation zeichnen ein facettenreiches Bild Südafrikas und seiner Menschen. Es sind Bilder einer Heimat voller Widersprüche, die sich zwischen den Überbleibseln kolonialer Vergangenheit, Traditionen und einer Gegenwart bewegen, in der unvermindert tiefe Kluften zwischen Arm und Reich bestehen, die eine südafrikanische Gesellschaft voller innerer Spannungen kennzeichnen.
Neben den älteren und international etablierten Fotografen, wie David Goldblatt und Santu Mofokeng, werden Werke von Vertretern der jüngsten Künstlergeneration, wie Mikhael Subotzky und Nontsikeleo „Lolo“ Veleko, präsentiert.
Guy Tillim berichtet über den Verfall des urbanen Raums; Andrew Tshabangu dokumentiert die Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung von Johannesburg; Mikhael Subotzky analysiert und kommentiert die Situation in den Gefängnissen und deren Rolle in einer multirassischen Gesellschaft; Jo Ractliffe operiert mit der Verbindung zwischen dokumentarischer Sicht und surrealistischer Entfremdung; Santu Mofokeng fotografiert Werbetafeln, die auf skurile Weise in Kontrast zu ihrer Umgebung stehen; Nontsikeleo „Lolo“ Veleko untersucht Fragen der Konstruktion von Identität in einer sich radikal verändernden Gesellschaft; Zanele Muholi beobachtet mit ihren sozial engagierten Aufnahmen Zeugnisse der physischen und emotionalen Bedrängnis der schwarzen Lesben; Pieter Hugo zeigt Personen am Rande der Gesellschaft oder macht süffisante Kommentare zum Kolonialerbe und seine weiterhin lebendigen rassistischen Ansichten; Jean Brundrit verweist mit ihren Photogrammen auf Fragen der persönlichen Sicherheit und bestimmten Verhältnisse zur Geschlechtsidentität; Lien Botha erzielt mit ihren comicstripartigen Verbindungen von Landschaft und Text kontrastreiche Erzählungen des afrikanischen Schematismus; Bridget Baker schafft konzeptuelle Fotowerke mit ikonografischer Schlichtheit, und „Altmeister“ David Goldblatt schließlich stellt kritische Betrachtungen über den südafrikanischen Alltag an.
Heute spielt die Fotografie eine wichtige Rolle in der zeitgenössischen südafrikanischen Kunst. Ihre Themen und Ausdrucksmöglichkeiten kreisen sowohl um die Schilderung der südafrikanischen Wirklichkeit der Post-Apartheid Periode mit ihrem Kampf gegen gewaltige Probleme, wie z.B. AIDS und Kriminalität, als auch um Fragen, die sich mit Herkunft und Tradition, Erinnerung und Vergessen, Multikulturalität und Geschlechterrollen auseinandersetzen.
Das Ausstellungsprojekt „Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika“ ist ein Projekt des Neuen Berliner Kunstvereins mit freundlicher Unterstützung der DaimlerChrysler AG, Kunstbesitz, des Instituts für Auslandsbeziehungen, Stuttgart und der South African Airways, Frankfurt. Das Projekt wird im Anschluss an Berlin und Sindelfingen im Museum Bochum, den Kunstsammlungen Chemnitz und der Iziko South African National Gallery, Kapstadt gezeigt.
Das Ausstellungsprojekt findet zugleich im Rahmen des diesjährigen Fotoprojekts der Kulturregion Stuttgart „…und grüßen Sie mir die Welt / fotografierte Heimaten“ statt.
Das nachfolgende Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung ist ein Projekt von WerkStadt Sindelfingen, einer Kooperation des Werkes Sindelfingen der DaimlerChrysler AG und der Stadt Sindelfingen.
Trommelworkshop - Stimmen Afrikas
(Galerie der Stadt)
Sa., 7. Juli, Kinder 14.00 - 15.15 Uhr, Erwachsene 16 - 18.15 Uhr
So., 8. Juli, Kinder 11 - 12.15 Uhr, Erwachsene 13.30 - 15.45 Uhr
Anmeldung erforderlich
Bringen Sie Rhythmus in Ihr Leben!
Mamadou M‘Baye, der aus einer alten Griot-Familie stammt, ist ein erfahrener Tänzer, Musiker und Poet aus dem Senegal (Westafrika). Er vermittelt mit der „Djembe“ die Grundtechniken des Trommelns. Traditionelle Rhythmen bieten einen Einblick in die afrikanische Kultur.
Filmabend - Südafrika (Galerie der Stadt)
Fr., 20. Juli, 19 Uhr
„memories of rain“ - ein Dokumentarfilm von Gisela Albrecht und Angela Mai - erzählt von Jenny Cargill und Kevin Qhobosheane, die beide beim Nachrichtendienst des bewaffneten Flügels des African National Congress (ANC) in führender Position gegen den Apartheidstaat gekämpft haben.
Workshop - Wasser und Lehm, ein Elefant entsteht / Bauen und Gestalten mit Lehm (Sommerhofenpark)
täglich 9. - 14. Juli
Anmeldung erforderlich
Kinder aufgepasst! Habt Ihr Lust, mit Wasser und Lehm etwas Großes zu bauen? Kinderhände werden gemeinsam bei einem Lehbauprojekt im Sommerhofenpark anpacken. Unter der professionellen Leitung von Rainer Warzecha erfahren die Kinder, wie man ohne komplizierte Technik auskommt.
Marktplatz - Afrika kulinarisch musikalisch (Marktplatz)
Sa., 21. Juli, 10 - 13 Uhr
Versuchen Sie auf dem Sindelfinger Wochenmarkt Essen aus Afrika und entdecken Sie vielfältiges Kunsthandwerk. Dabei untermalt die Band Bakary Koné mit afrikanischen Rhythmen
Podiumsdiskussion - Wege Afrikas
(Galerie der Stadt)
Sa., 21. Juli, 19 Uhr
Wieland Backes (SWR) moderiert die Gesprächsrunde zu aktuellen und geschichtlichen Themen Südafrikas. Neben AIDS und Apartheid soll es aber auch um die positiven Entwicklungen und Zukunftschancen des Landes gehen.
Anmeldung bei der Galerie der Stadt Sindelfingen oder Arnfried Lemmle,
DaimlerChrysler AG: 07031/90-79126,
arnfried.lemmle@daimlerchrysler.com
Galerie der Stadt Sindelfingen/ Marktplatz 1 Tel. 07031/94 392
e-Mail: galerie@sindelfingen.de
Montag bis Freitag, 10–18 Uhr,
Samstag, Sonntag 10 – 17 Uhr / Eintritt frei
