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Zertifizierung des Sindelfinger Stadtwaldes

Unser Wald ist ein unverzichtbares Gut für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt. Alles muss heute dafür getan werden, das ökologische Gleichgewicht der Wälder zu erhalten, um den Wald als Erholungsraum und Lebensgrundlage für uns und zukünftige Generationen dauerhaft zu bewahren. Die Stadt Sindelfingen hat sich daher als Waldbesitzerin, die ihre Waldwirtschaft am Ziel einer umfassenden Nachhaltigkeit ausrichtet, an der PEFC-Zertifizierung beteiligt. Das Zertifizierungssystem PEFC ist eine Abkürzung aus dem Englischen: "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes", was soviel wie "Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen" heißt. Es basiert inhaltlich auf internationalen Beschlüssen, die auf den Nachfolgekonferenzen der Rio-Umweltkonferenz verabschiedet wurden.

PEFC ist eine unabhängige Institution für die Sicherstellung nachhaltig bewirtschafteter Wälder und steht für eine kontrollierte Verarbeitungskette – von zertifizierten Wäldern über holzverarbeitende Betriebe bis zum Endprodukt aus Holz im Handel. Holz und Holzprodukte mit PEFC-Siegel unterliegen strengen Anforderungen an eine umweltgerechte Forstwirtschaft und damit an einen schonenden und kontrollierten Umgang mit unseren Wäldern. Das PEFC-Siegel trägt, wer alle PEFC-Anforderungen erfüllt; dies gewährleisten Überprüfungen durch unabhängige Gutachter.

Überprüfung im Sindelfinger Wald

Diese Überprüfung fand vor wenigen Wochen im Sindelfinger Forstbetrieb statt. Unter der Leitung des Forstsachverständigen Alfred Raunecker waren Sandra Koller als Vertreterin der Forstdirektion Tübingen, Helmut Weishaar als Vertreter des Kreisforstamtes, die Revierleiter Joachim König und Gerhard Riedel sowie Hanne Josef als Vertreterin der Waldbesitzerin Stadt Sindelfingen in nahezu allen Distrikten des Stadtwaldes unterwegs, um anhand einer langen Checkliste die Übereinstimmung der Waldbewirtschaftung mit den Anforderungen des PEFC zu kontrollieren:

Forstliche Ressourcen

Die Waldbewirtschaftung erfolgt in einer umfassend nachhaltigen Art und Weise, mit dem Ziel die Bewaldung und ihre vielfältigen Waldfunktionen zu erhalten und ggf. zu verbessern sowie einen Beitrag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen zu leisten.

Gesundheit und Vitalität des Waldes

Gesundheit und Vitalität der Waldökosysteme sind Voraussetzung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Im Rahmen der waldbaulichen Maßnahmen wird daher besondere Rücksicht auf die Empfindlichkeit des Ökosys-tems genommen. 

Produktionsfunktion des Waldes

Die Sicherung der Produktionsfunktion der Wälder ist eine volkswirtschaftliche Aufgabe. Die heimische Holzproduktion gewährleistet die Bereitstellung des ökologisch wertvollen Rohstoffes Holz mit kurzen Transportwegen. Durch angemessene Einkünfte aus dem Wald ist der Waldbesitzer in der Lage, auf lange Sicht eine umfassend nachhaltige Waldbe-wirtschaftung und Pflege zu gewährleisten.

Biologische Vielfalt in Waldökosystemen

Die Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt geschieht im Konsens mit internationalen Vorgaben. So sollen Mischbestände mit standort-gerechten Baumarten erhalten bzw. aufgebaut und seltene Baum- und Straucharten gefördert werden. Auf geschützte Biotope und Schutzgebiete sowie gefährdete Tier- und Pflanzenarten wird bei der Waldbewirtschaftung besondere Rücksicht genommen. Angepasste Wildbestände sind Grundvoraussetzung für eine naturnahe Waldbewirtschaftung im Interesse der biologischen Vielfalt.

Schutzfunktionen der Wälder

Bei der Waldbewirtschaftung wird die Erhaltung und Verbesserung der Schutzfunktionen gefördert, da dies für die Allgemeinheit in einem dicht besiedelten Land von besonderer Bedeutung ist.

Gesellschaftliche und soziale Funktionen des Waldes

Die Stadt als Waldbesitzerin nimmt ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und insbesondere gegenüber den in ihrem Wald arbeitenden Menschen in vollem Umfang wahr. Dazu gehören ein ausreichendes Vorhalten von forstwirtschaftlich ausgebildetem Fachpersonal und eine entsprechende Qualifikation der beauftragten Unternehmen (RAL-Gütezeichen oder ein vergleichbares, von PEFC anerkanntes Zertifikat). Sicherheitsvorschriften sind sowohl im Hinblick auf den Schutz des Waldbodens als auch der Arbeits-sicherheit unbedingt einzuhalten.

Im Ergebnis bestätigte der Forstsachverständige Alfred Raunecker den Revierleitern und damit dem Sindelfinger Forstbetrieb die gebührende Berücksichtigung der PEFC-Standards: „Die Arbeit im Forstbetrieb ist bemerkenswert; ich habe einen sehr positiven Gesamteindruck und gratuliere zu dieser Betriebsführung.“ Verantwortungsbewusstsein und Engagement für die Umwelt und den unverzichtbaren Roh- und Werkstoff Holz seien in Zeiten des Klimawandels und Sturmschäden neuen, ernstzunehmenden Anforderungen unterworfen.

Alfred Raunecker benannte aber auch kleine Abweichungen von den PEFC-Standards, etwa den in Teilbereichen zu hohen Wildverbiss und die Verwendung von teilweise unge-eigneten Folien auf Brennholzpoltern, die zu auffällig sind und zerfallen, da sie nicht dauer-haft UV-beständig sind.

Der Forstbetrieb im Stadtwald Sindelfingen ist berechtigt, das PEFC-Logo zu verwenden. Mit dem Kauf von Holzprodukten, die das PEFC-Siegel tragen, haben Verbraucher die Sicher-heit, dass sie ein Produkt erwerben, das nachweislich aus umweltverträglicher Forstwirtschaft stammt.


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