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Inbetriebnahme Flockungsfiltration durch Umweltministerin Tanja Gönner

Nach einer zweijährigen Bauzeit wurde die so genannte Flockungsfiltration auf der Kläranlage Böblingen/Sindelfingen vergangene Woche im Rahmen einer Feierstunde durch Umweltministerin Tanja Gönner in Betrieb genommen.

Die Flockungsfiltration sorgt für eine erhebliche Verbesserung der Wasserqualität der Schwippe, was dazu führt, dass jetzt sogar wieder Fische gesichtet werden.

Die Ministerin sprach von einem „Leuchtturmprojekt der Abwasserreinigung, für das sich die Investition in Höhe von rund 11 Mio. Euro gelohnt hat“.

Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer dankte der Umweltministerin für die Unterstützung und Begleitung bei der Umsetzung der Maßnahme. Er richtete seinen Dank auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bau-und Grünflächenamt, in der Abteilung Stadtentwässerung und im Zweckverband Kläranlage und lobte die hervorragende Zusammenarbeit – das A und O für die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahme.

Wie die Anlage funktioniert, erklären wir unseren Leserinnen und Lesern nachstehend.

Reinigungsleistung der Kläranlage

Aufgrund des hohen Anteils an geklärtem Abwassers ist die Gewässerqualität sehr stark von der Reinigungsleistung der Kläranlage geprägt. Obwohl die Kläranlage die gesetzlichen Anforderungen einhält, hat die Schwippe eine unzureichende Gewässerqualität. Die Gewässergüte der Schwippe kann nur durch eine nachhaltige Steigerung der Reinigungsleistung der Kläranlage Böblingen/Sindelfingen über die derzeitigen gesetzlichen Anforderungen hinaus verbessert werden.

Was bedeutet „Flockungsfiltration“?

Die Flockungsfiltration besteht aus insgesamt 16 Filterkammern mit einer Grundfläche von jeweils 37,5 Quadratmeter. Die Filterkammern sind mit einem 2 m hohen Filterbett, bestehend aus Anthrazit und Quarzsand, befüllt. Das vorgereinigte Abwasser wird über ein Pumpwerk auf das Filterbett geführt. Bei der Passage durch das Filterbett werden kleinste Partikel zurückgehalten. Nach bestimmten Intervallen wird das Filterbett zurückgespült. Die dabei anfallenden Rückstände werden dem Klärprozess zugeführt. Die Flockungsfiltration umfasst verschiedene Speicherbehälter, Pumpwerke und Rückspüleinrichtungen.

Warum Flockungsfiltration?

Obwohl die bestehende Kläranlage die gesetzlichen Anforderungen bereits erfüllt hat, war die zusätzliche Reinigungsstufe erforderlich, um die Gewässergüte der Schwippe, die hauptsächlich aus dem Kläranlagenabfluss gespeist wird, zu verbessern. Durch die Flockungsfiltration gelingt es, die im Kläranlagenablauf noch enthaltenen kleinsten Partikel mit den daran gebundenen Nähr- und Schadstoffen zurückzuhalten.

Klärtechnisch hat sich für diese Aufgabenstellung die Verfahrenstechnik der Flockungsfiltration im Hinblick auf Kosten und Leistung bewährt.

Wie finanziert sich die Maßnahme?

Die Initiative zum Bau der mit 10,9 Mio. Euro veranschlagten Flockungsfiltration ging vom Zweckverband Kläranlage und dem Wasserwirtschaftsamt aus. Die Maßnahme wird ohne Landeszuschüsse, allein aus dem Abwassergebührenaufkommen der Städte Böblingen und Sindelfingen finanziert. Die Abwassergebühr wird trotz der erheblichen Investitionssumme und den anfallenden Betriebskosten um nur rd. 10 Cent je Kubikmeter ansteigen bzw. um rd. 1 Cent je Einwohner am Tag.

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