Zauberei auf Schloss Kraxelstein
Riesen - so werden die ältesten unter den Kleinen an den Sindelfinger Kindertagesstätten oft genannt. Die aus der Gottlieb-Daimler-Kindertagesstätte wachsen immer mal wieder ein Stückchen über sich hinaus. Beim Bundeswettbewerb Deutscher Jugendvideopreis 2007 hatte die Kita-Leiterin Simone Reichert-Leone schon einmal ihre Fünf- und Sechsjährigen mit zwei selbst gemachten Filmen ins Rennen geschickt. Und zwar mit großem Erfolg: Die Sindelfinger Kindertagesstätte war die einzige, die sich im Rahmen des Festivals Deutscher Jugendvideopreis eine Goldene Gans schnappte.
Die Vorschulkinder der Gottlieb-Daimler-Kindertagesstätte drehten einen Trickfilm zum Thema Mittelalter: "Zauberei auf Schloss Kraxelstein." Zum großen Wurf hat es dieses Jahr nicht gereicht. Eine besondere Auszeichnung war es aber schon, ihre Arbeiten im Rahmen des Festivals Deutscher Jugendfilmpreis in Ludwigsburg präsentieren zu dürfen und sogar einen Förderpreis mitzunehmen. Schließlich war der Aufwand auch enorm groß. Es galt, eine Geschichte zu erfinden, das Drehbuch zu schreiben, Figuren zu basteln, zu malen und zu schneiden, die Figuren zu bewegen, Texte zu sprechen.
Zwei Wochen Fein- und Kleinarbeit, dann ist das Tohuwabohu auf Schloss Kraxelstein im Kasten. Die Prinzessin kann nicht schlafen, weil sie von sieben Gespenstern geärgert wird. Helfen kann nur der Zauberer Aloisiuis. Der hext und tut und macht - und verzaubert sich in einer Tour. Endlich greift der Wind ein und weht den Spuk davon.
Die pädagogische Note war für das ganze Team der KiTa Gottlieb-Daimler allerdings noch viel wichtiger als die Preisjagd. Die Kinder trafen sich fast täglich, jedes Kind übernahm neben all den filmtechnischen Herausforderungen auch noch eine Sprechrolle: "Das war eine gute Übung, um sich und sein Werk auch einmal vor einer Kamera zu präsentieren. Einige Kinder waren sehr gespannt, sich selbst auf dem Film wiederzufinden", so die Leiterin der Kindertagesstätte.
Die Zauberei auf Schloss Kraxelstein ist jetzt schon Schnee vom gestern. Die Medienpädagogik in der Kindertagesstätte Gottlieb-Daimler ist damit aber noch längst nicht abgehakt. Zuletzt mischten die Filmemacher und Produzenten von morgen an einem Workshop im Evang. Medienhaus Stuttgart mit. Zusammen mit dem Spezialisten Hans J. Haag lernten die Kinder das Einmaleins der Trickfilmerei. Vielleicht war da ein neuer Roland Emmerich dabei. Der Hollywood-Spezialist für die ganz großen Effekte aus Sindelfingen hat ja auch hier ganz klein angefangen - mit der Handkamera. Allerdings sprengte der Ex-Schüler des Pfarrwiesen-Gymnasiums schon wenig später mit seiner Hochschul-Abschlussarbeit "Das Arche-Noah-Prinzip" alle Budgets. Heute lässt er ganze Kontinente im Eismeer versinken. Ganz so weit ist es bei den Kindern der Gottlieb-Daimler-Kindertagesstätte noch nicht.
Denselben Preis erhielt auch die KiTa Käthe-Kollwitz-Weg für ihren kleinen Trickfilm: "Das Endspiel" - den die Kinder mit ihren Erzieherinnen im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 während des von der Leitung des Regiebetriebes in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Medienzentrale, Stuttgart durchgeführten Medienprojektes erstellten. Da dieser Film jedoch zu spät eingereicht wurde, wurde er jetzt erst im Rahmen der " Goldenen Gans" nominiert und ausgezeichnet.
Wir freuen uns mit den Kindern und Erzieherinnen und gratulieren zum großartigen Erfolg.
