Stadtwald Sindelfingen

Ziele und Aufgaben der Waldbewirtschaftung
Fläche und Organisation
Die Gemarkungen Sindelfingen, Darmsheim und Maichingen sind zu rund 41 % bewaldet. Von den insgesamt 2.136 ha Wald auf Sindelfinger Markung sind 1.874 ha Stadtwald, 217 ha Staatswald, 20 ha Bundeswald und 9 ha Privatwald. Das Floschenwäldle mit 16 ha ist Bestandteil der Wasserschutzzone I. Es gehört zur Wasserfassung „Floschen“ der Stadtwerke Sindelfingen
Der Wald ist geographisch deutlich zweigeteilt. Im Westen befindet sich der 219 ha große, ehemalige Gemeindewald Darmsheim. Der mit 1.917 ha weitaus größere Waldteil nördlich und östlich der Stadt gehört landschaftlich zum Keuperbergland und ist ein Teil des etwa 13.500 ha großen Landschaftsschutzgebietes „Glemswald“ zwischen Böblingen, Sindelfingen, Leonberg, Stuttgart und dem Schönbuch.
Der Stadtwald Sindelfingen ist zwar von Laubbäumen geprägt, bietet dem Betrachter jedoch auf Grund der Vielfalt der Baumarten, Laub- und Nadelholzbeständen, der Strukturierung von Bäumen und Beständen nach Alter und der kilometerlangen Waldinnen- und Waldaußenränder alles in allem das charakteristische Bild eines Mischwaldes.
Der Forstbetrieb im Stadtwald Sindelfingen ist in 24 Distrikte mit insgesamt 135 Abteilungen und organisatorisch in zwei Forstreviere mit je einem kommunalen Revierleiter eingeteilt.
Weitere Informationen zu Fläche und Organisation finden Sie in den Sindelfinger Umweltbeiträgen.
Ziele und Aufgaben der Waldbewirtschaftung
Die Bewirtschaftung, Pflege und Gestaltung des Stadtwaldes erfolgt auf der Grundlage des Landeswaldgesetzes und des nach dessen Vorgaben von der Forstverwaltung aufgestellten und vom Gemeinderat beschlossenen Forsteinrichtungswerks für den Zeitraum 2003 bis 2012.
Dabei wurden folgende Rahmenbedingungen und Zielsetzungen formuliert:
- Oberstes Ziel ist die Nachhaltigkeit, gefolgt von der Wirtschaftlichkeit. In Bezug auf die Waldfunktionen werden die drei Bereiche Nutzung, Schutz und Erholung als gleichrangig betrachtet. Ein Interessenskonflikt muss am Einzelobjekt abgewogen werden.
- Minimalforderung im wirtschaftlichen Bereich ist das Erreichen der „Schwarzen Null“. Der Stadtwald wird als Vermögenswert angesehen und ist als ökologisch funktionierendes System wichtiger Bestandteil für die Daseinsvorsorge seitens der Stadt Sindelfingen.
- Die naturnahe Waldbewirtschaftung ist erklärtes Ziel des Waldbesitzers. Der Betrieb ist seit 2001 nach den Kriterien des PEFC zertifiziert.
- Die Erholungsfunktion spielt eine wichtige Rolle.
- Die Waldbewirtschaftung berücksichtigt die jeweilige Schutzfunktion des Waldes.
- Die Jagd ist an örtliche Jäger verpachtet, ein Teil wird in Eigenregie bejagt.
Im Stadtwald werden jährlich rd. 11.800 Festmeter Holz geschlagen. Dieser Nutzungssatz erfüllt die Anforderung der Nachhaltigkeit, d.h. es darf nicht mehr Holz eingeschlagen werden als nachwächst, so dass auch die Versorgung künftiger Generationen gesichert ist. Die Ernte des Holzes erfolgt unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf den verbleibenden Bestand und den Boden. Als Käufer des Holzes treten Sägewerke sowie Spanplatten- und Zellstoffwerke vorwiegend aus dem süddeutschen Raum auf. Die örtliche Bevölkerung kauft Brennholz in aufgearbeiteter Form oder als Flächenlos.
Die naturnahe Forstwirtschaft im Sindelfinger Stadtwald mit ihrer Ausrichtung auf stabile Bestände, einem hohen Strukturreichtum und einem Verzicht auf Kahlschläge wird verschiedenen Ansprüchen im Wald gerecht. Zahlreiche Vogelarten wie die Greifvögel Habicht und Sperber, alle Spechtarten und die Hohltaube finden im Stadtwald viele Rückzugs- und Nistmöglichkeiten. Zum Erhalt seltener Arten und zur Förderung ungestörter, natürlicher Prozesse im Wald werden Altholzinseln ausgewiesen und mit dem Schonwald Schelmenwasen in Darmsheim ein besonderer Lebensraum geschaffen.
Aufgrund der Zerschneidung des Waldgebietes durch überörtliche Straßen (A 8, A 81, L 1188 und L 1189, K 1055) sowie der Bahnlinie im Süden, der Hochspannungsleitung der EnBW und der Nähe des Waldrandes zur Wohnbebauung stellt auch die Verkehrssicherung einen wichtigen Faktor bei der Waldbewirtschaftung dar.
Weitere Informationen zu Zielen und Aufgaben finden Sie in den Sindelfinger Umweltbeiträgen.
Schutz- und Erholungsfunktion
Im Stadtwald Sindelfingen haben neben der Nutzfunktion der Wasser-, Boden-, Klima-, Immissions- und Naturschutz sowie die Erholungsfunktion eine große Bedeutung. Aufgrund seiner verkehrstechnischen Anbindung (Parkplätze und unmittelbare Nähe zum Stadtgebiet) und seinem guten Wegenetz (Teer- und Schotterwege) ist der Stadtwald ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet. 96 % der gesamten Waldfläche des Stadtwaldes sind als Erholungswald in der Waldfunktionenkartierung ausgewiesen. Zusätzlich wurden 1.395 ha des Stadt- und 60 ha des Staatswaldes im Jahr 1992 zum „Gesetzlichen Erholungswald“ erklärt. Wesentlicher Zweck dieser Erklärung ist die Erhaltung und der Schutz der Waldflächen für die naturnahe Erholung der Bevölkerung, ihre darauf gerichtete besondere Gestaltung und Pflege und die Regelung des Erholungsverkehrs. Die Erholungswaldsatzung enthält also nicht nur Vorschriften für die Waldbewirtschaftung, sondern auch für das Verhalten der Waldbesucher und -besucherinnen. Der Wald soll nicht dem Freizeitrummel, sondern der ruhigen Erholung dienen. Daher ist gegenseitige Rücksichtnahme bei der starken Frequentierung des Stadtwaldes mit unterschiedlichsten Interessen besonders wichtig. So finden sich im Stadtwald Sindelfingen ausgewiesene Laufstrecken mit 2,5 – 5 – 7,5 und 10 km Länge, ausgewiesene Reitwege, Abschnitte des „Sindelfinger Radelrund“ und schöne Spazier- und Wanderwege. Bedingt durch lange, geteerte Wege ist auch die Ausübung von Inlineskaten im Sindelfinger Wald recht beliebt. Auch Grillstellen mit Spieleinrichtungen für Kinder stehen den Waldbesucherinnen und -besuchern zur Verfügung.
PEFC-Zertifizierung
|
Unser Wald ist ein unverzichtbares Gut für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt. Alles muss heute dafür getan werden, das ökologische Gleichgewicht der Wälder zu erhalten, um den Wald als Erholungsraum und Lebensgrundlage für uns und zukünftige Generationen dauerhaft zu bewahren.
|

Die Stadt Sindelfingen hat sich daher als Waldbesitzerin, die ihre Waldwirtschaft am Ziel einer umfassenden Nachhaltigkeit ausrichtet, an der PEFC-Zertifizierung beteiligt. Das Zertifizierungssystem PEFC basiert auf internationalen Standards, die auf den Nachfolgekonferenzen der Rio-Umweltkonferenz verabschiedet wurden.
PEFC ist eine unabhängige Institution für die Sicherstellung nachhaltig bewirtschafteter Wälder und steht für eine kontrollierte Verarbeitungskette - von zertifizierten Wäldern über holzverarbeitende Betriebe bis zum Endprodukt aus Holz im Handel. Holz und Holzprodukte mit PEFC-Siegel entsprechen strengen Anforderungen an eine umweltgerechte Forstwirtschaft und damit an einen schonenden und kontrollierten Umgang mit unseren Wäldern.
Dies gewährleisten Überprüfungen durch unabhängige Gutachter. Im Sindelfinger Forstbetrieb fand zuletzt im Frühjahr 2007 eine entsprechende Kontrolle in nahezu allen Distrikten statt. Im Ergebnis bestätigte der Forstsachverständige dem Sindelfinger Forstbetrieb die angemessene Berücksichtigung der PEFC-Standards. Der Forstbetrieb im Stadtwald Sindelfingen ist damit weiterhin berechtigt, das PEFC-Logo zu verwenden. Mit dem Kauf von Holzprodukten, die das PEFC-Siegel tragen, haben Verbraucher die Sicherheit, dass sie ein Produkt erwerben, das nachweislich aus umweltverträglicher Forstwirtschaft stammt.
Jagd und Wild
Die Erhaltung der Natur sowie der Lebensräume einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt ist das Anliegen vieler Menschen. Jäger erfüllen hierbei wichtige Aufgaben. Sindelfingen ist in 7 sogenannte Jagdbögen aufgeteilt. Da meistens mehrere Jäger gemeinsam das Jagdrecht in einem Jagdbogen gepachtet haben, betreuen in Sindelfingen 17 Jäger eine Jagdfläche von insgesamt rd. 2.000 ha Wald. Davon sind 1.925 ha Eigenjagdbezirk der Stadt Sindelfingen und 40 ha (2 %) gemeinschaftlicher Jagdbezirk.
Reh- und Schwarzwild, Fuchs, Dachs, Feldhase, Stein- und Baummarder, sowie Ringel-, Hohl- und Türkentaube sind bei uns die häufigsten Wildarten. Kleinere Bestände an Iltis, Wiesel und Waldschnepfe sind ebenfalls heimisch.
Wildbret – das Fleisch erlegter Wildtiere - aus heimischer Jagd ist ein begehrtes, hochwertiges Nahrungsmittel. Da sich Wildtiere natürlich ernähren, ist ihr Fleisch arm an Fett und reich an Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen. Wildfleisch ist sehr bekömmlich, gesundheitlich gut verträglich und entspricht den heutigen Forderungen an eine gesunde Ernährung in hohem Maße. In der Regel ist Wildbret nicht mit jenen Problemen behaftet, die man heute beim Fleisch aus Massentierhaltungen kennt. Der Jäger hat die Grundsätze der Fleischhygiene beim Wild zu beachten. Zu den besonderen kulinarischen Erlebnissen der deutschen Küche zählen Wildgerichte, vom einfachen Wildragout bis hin zum feinen Braten oder einer Wildpastete. Die städtischen Revierleiter sind Ansprechpartner für alle, die Wildbret aus dem Sindelfinger Wald erwerben möchten.
Unfälle mit Wild
Bei einem Verkehrsunfall mit Wild in Sindelfingen ist das Polizeirevier Sindelfingen zu verständigen: Telefon (07031) 69 70. Die Polizei kommt dann entweder selbst zum Unfallort oder gibt die Information an den zuständigen Jagdpächter weiter. Diese stellen eine Unfallbescheinigung aus, welche die Versicherung zur Schadensregulierung benötigt.
Ansprechpartner
Revier Sindelfingen Süd und Holzverkauf: |
Revierleiter Markus Klas |
|
|
Telefon Nr. (07031) 46 56 69 |
|
|
|
|
|
|
Revier Sindelfingen Nord und Darmsheim: |
Revierleiter Joachim König |
|
|
Telefon Nr. (07031) 22 85 43 |
|
|
Ihr Team vor Ort

v.l.: Christoph Schneider, Manuel Richter, Rocco Fleischer, RL Joachim König und RL Markus Klas.
