Sonntag, den 13. Januar 2019

Neujahrsempfang 2019

Am 13. Januar fand der diesjährige Neujahrsempfang in der Stadthalle statt. Nach der Begrüßung im Foyer gab es im großen Saal der Stadthalle neben der Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Dr. Vöhringer ein buntes Programm.

Bernd Vöhringer am Rednerpult
Rede des Oberbürgermeisters Dr. Bernd Vöhringer am Neujahrsempfang 2019

Das Motto in diesem Jahr lautete Sindelfingen – Heimat der Zukunft. Die musikalische Umrahmung gestaltete die BigBand der Realschule Hinterweil und die Gruppe Sal Marina zeigt Flamenco und andalusische Folklore. Auch die Sternsinger waren wieder mit dabei.
Die Spenden des Neujahrsempfangs gehen in diesem Jahr zu Gunsten der Stiftung Martinskirche.

Die Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer finden Sie im Folgenden.

Neujahrsrede Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringerim Rahmen des Neujahrsempfangs am 13. Januar 2019Stadthalle Sindelfingen 
„Sindelfingen – Heimat der Zukunft" 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
 
„Die Zukunft ist offen. Aber den Zusammenhalt in der offenen Gesellschaft: Den dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Wenn es uns gelingt, individuelle Freiheit und Gemeinsinn zu verbinden, dann geht es diesem Land weiterhin gut – dann geht es uns gut.“
 
Das hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble anlässlich des Tags der Deutschen Einheit im vergangenen Jahr gesagt. Er spricht damit die entscheidende Frage an, die wir uns heute angesichts zahlreicher Herausforderungen stellen müssen:
 
Wie können wir den Zusammenhalt der Gesellschaft sicherstellen?
 
Digitalisierung, Globalisierung, Individualisierung, Migration und Integration sind Entwicklungen, die unser Leben verändern. Das führt bei einigen Menschen zu Unsicherheit und zur Angst, abgehängt zu werden und an den neuen Lebensrealitäten nicht teilhaben zu können.
 
Rufe nach der „guten alten Zeit“ sind daher immer wieder zu vernehmen.
 
Natürlich ist es wichtig, Ängste ernstzunehmen und darauf einzugehen. Klar ist aber: Nostalgie ist ein schlechter Ratgeber für die Gestaltung der Zukunft.
Denn als Gesellschaft haben wir große Fortschritte erlebt, und die Veränderungen haben uns viele Vorteile gebracht.
So profitieren gerade wir in Sindelfingen als starker Wirtschaftsstandort von grenzüberschreitenden Märkten.
 
Eine Rückkehr ins Nationale kann daher nicht die Lösung sein! Viele Probleme lassen sich nur gemeinsam in Europa lösen – seien es Fragen der Migration, der Globalisierung oder des Klimawandels.
 
Populisten geht es letztendlich nur darum, vermeintlich einfache Lösungen für komplexe Herausforderungen anzubieten – einfache Lösungen, die es so natürlich nicht gibt.
 
Am 11. November des vergangenen Jahres hat sich der Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg zum hundertsten Mal gejährt – und uns wieder einmal schmerzhaft in Erinnerung gerufen, dass ein aggressiver Nationalismus schlussendlich immer in die Katastrophe führt.
 
Ich sage deshalb ganz klar, meine Damen und Herren:
Wir dürfen unser Land nicht den Spaltern, Ausgrenzern und Demagogen überlassen!
 
Dass wir in Europa nun bereits seit über 70 Jahren in Frieden leben dürfen, haben wir insbesondere der Europäischen Union zu verdanken.
Und wir dürfen uns aus Angst vor den Populisten aber auch nicht verrückt machen lassen.
 
Wo kommen wir denn hin, wenn wir jüngst das Kind in der Krippe gefeiert haben und Sternsinger empfangen, gleichzeitig aber vor der Küste von Malta Frauen und Kinder auf hoher See nicht an Land gelassen wurden?
Und das nur, weil sich die europäischen Regierungen über die Verteilung von Flüchtlingen streiten …
 
Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass eine europäische Wertegemeinschaft vor Populisten so ärmlich in die Knie geht ….
Als Demokratinnen und Demokraten sind wir aufgerufen, unser demokratisches, friedliches und offenes Zusammenleben in Europa – und unsere Wertegemeinschaft - zu verteidigen.
 
Gerade bei der Europawahl im Mai sollten wir deutlich machen, dass unsere Zukunft nicht in einer Abkehr von der europäischen Idee liegt, sondern in der verstärkten Zusammenarbeit der Europäischen Nationen.
 
Der Journalist und Autor Heribert Prantl hat die Europäische Union einmal so beschrieben: „(Sie) ist ein großes Haus mit vielen Räumen, vielen Türen, vielen Kulturen und vielen Arten von Menschen. Dieses Haus bewahrt die europäische Vielfalt und den Reichtum, der sich aus dieser Vielfalt ergibt.“
 
Und gerade diese europäische Vielfalt ermöglicht und fördert Heimat.
 
In diesem europäischen Haus ist unsere Heimat dort, wo wir uns auskennen, wo wir Orientierung haben.
 
Einen solchen Ort braucht fast jeder Mensch – gerade in unserer schnelllebigen Zeit. Heimat gibt Halt, und auf dieser sicheren Grundlage können wir Veränderungen selbstbewusst begegnen und diese annehmen und mitgestalten.
 
Heimat ist kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Heimat ist die Basis für ein gutes Zusammenleben im Hier und Jetzt und auch in der Zukunft.
 
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit so ausgedrückt:
„Ich glaube, Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen. Heimat ist der Ort, an dem das "Wir" Bedeutung bekommt.“
 
Und gerade das „Wir“ schreiben wir in Sindelfingen groß.
 
Wir möchten, dass sich alle Menschen bei uns wohl fühlen – egal welcher Herkunft und egal mit welchem Hintergrund.
 
Auf diese Vielfalt sind wir stolz. Wir möchten, dass die Menschen hier ihre Heimat finden 
- eine Heimat, die nicht ausgrenzt, sondern weltoffen ist;
- eine Heimat, die sich nicht an der Vergangenheit orientiert, sondern ihre Bürgerinnen und Bürger mit in die Zukunft nimmt.
 
Unseren Neujahrsempfang haben wir daher unter das Motto gestellt: „Sindelfingen – Heimat der Zukunft".
 
Und gleichzeitig ist die Zukunft auch heute schon hier zu Hause, hat die Zukunft hier eine Heimat.
 
Als weltweit bedeutender Automobilstandort wird in Sindelfingen in vielen Feldern Zukunft geschaffen und entwickelt, sei es bei der Digitalisierung oder bei der E-Mobilität, um nur zwei Themen zu nennen.
 
Und gleichzeitig tun wir alles dafür, dass das auch weiterhin so bleibt.
 
Gemeinsam mit vielen Beteiligten, vor allem auch mit Ihnen, meine Damen und Herren, schaffen wir Zukunft in und für Sindelfingen.
 
Der Megatrend unserer Zeit ist ohne Zweifel die Digitalisierung.
Unser neues Amt für Digitalisierung hat im Dezember seine Arbeit aufgenommen, und seit Anfang Januar sind alle neuen Mitarbeiter an Bord.
Das neue Team wird verschiedene Projekte der Digitalisierung in Sindelfingen angehen, von digitalen Bürgerservices bis hin zur Entwicklung einer Digitalen Agenda. 
 
Parallel arbeiten wir intensiv am Ausbau unserer Breitband-Infrastruktur. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Schulen, die wir zeitnah an das Glasfasernetz anschließen wollen, und noch unterversorgte Gebiete wie die Viehweide.
 
Nicht zuletzt dank der engagierten Arbeit unserer Stadtwerke haben wir heute schon eine insgesamt sehr gute Versorgung unseres Stadtgebiets mit Breitband.
Deshalb müssen wir uns auch sehr genau anschauen, ob die Mitgliedschaft im Zweckverband Breitband des Landkreises uns überhaupt etwas bringt oder sogar nachteilig für uns ist.
 
Für die Zukunft Sindelfingens setzen wir auf einen modernen Mobilitäts-Mix, der den wachsenden Verkehrsströmen gerecht wird und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
Deshalb bauen wir den Öffentlichen Personennahverkehr aus.
 
Und unser Radverkehrskonzept soll die Grundlage für kräftige Investitionen in den Radverkehr bilden. Noch in diesem Jahr schaffen wir über die Stadt verteilt verschiedene Leihstationen für Fahrräder.

Für eine attraktive Verknüpfung der Verkehrsmittel bauen wir am Bahnhof Sindelfingen einen Mobilitätspunkt.
 
Natürlich werden wir weiterhin in den Ausbau und in die Sanierung von Straßen investieren. Der Individualverkehr mit dem Automobil soll in Sindelfingen auch in Zukunft seinen Platz haben. Für uns als Automobilstandort ist das von besonderer Bedeutung. 
 
Auch die Sindelfinger Innenstadt soll weiterhin gut mit dem Auto erreichbar bleiben. Die Tiefgarage direkt unter dem Marktplatz ist ein wichtiger Standortfaktor für eine attraktive Innenstadt.
 
In der ersten Sitzung des Gemeinderats in diesem Jahr werden wir die möglichen Sanierungsvarianten für die Tiefgarage vorstellen. 
 
Um die kritische Phase der Bauzeit möglichst gut zu bewältigen, werden wir mit zahlreichen flankierenden Maßnahmen die Innenstadt in dieser Phase unterstützen. Das geht von Kommunikations-maßnahmen bis zum Baustellenmarketing und einer Verstärkung des City-Marketings.
 
Neben den Einschränkungen in der Bauphase sollten wir insbesondere auch die Chancen des Projekts sehen:
Denn neben einer modernen und attraktiven Tiefgarage bietet uns das Projekt die Gelegenheit, unseren Marktplatz neu zu gestalten.
 
Die Innenstädte stehen vor großen Herausforderungen. Nicht zuletzt der Internet-Handel und die Veränderung von Konsumgewohnheiten führen zu großen Umbrüchen.
 
Der Kampf im Einzelhandel lautet dabei nicht „Innen gegen Außen“, sondern „Internethandel gegen stationärer Handel“.
Die Zukunft kann dabei nur gemeinsam gelingen.
 
Natürlich ist es zuerst die Aufgabe der Unternehmer, etwas zu unternehmen.
 
Wir freuen uns daher, wenn Unternehmen wie SportKlotz die Herausforderung annehmen, kräftig in die Zukunft investieren und damit auf die Innenstadt setzen. Nur so kann der Wettbewerb der Zukunft auch gewonnen werden.
 
Als Verwaltung können wir dabei - begrenzt - unterstützen, sei es mit gemeinsamen Werbeaktivitäten zusammen mit dem CityMarketing, oder durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen und Aufenthaltsqualitäten.
 
Vor allem mit der Entwicklung von Immobilien wird ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Innenstadt geleistet. Wir freuen uns daher über die aktuellen Projekte am oberen Marktplatz.
 
Um gezielt Projekte in der Innenstadt fördern und entwickeln zu können, haben wir die Stelle eines Projektentwicklers Innenstadt ausgeschrieben.
 
Und durch Veranstaltungen in der Innenstadt machen wir diese noch attraktiver.
Deshalb haben wir im vergangenen Jahr wieder ein Public-Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Wettbachplatz organisiert.
 
Und wir werden alles dafür tun, dass es auch dieses Jahr im Sommer wieder auf dem Sindelfinger Marktplatz heißt:
„Sindelfingen rockt“
 
Städte verändern sich. Teils erleben wir einen rasanten Umbruch.
 
Das erwähnte Konsum- und Mobilitätsverhalten verändert Handelslandschaften und den Mobilitäts-Mix.
Und auch die Digitalisierung wird zu großen Umbrüchen führen, nicht umsonst sprechen manche von einer „digitalen Revolution“.
 
Die Frage stellt sich uns, unabhängig von allen kurzfristigen Maßnahmen und Diskussionen:
Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?Und wie sieht die Innenstadt der Zukunft aus?
 
Mit diesen Fragen wollen wir uns intensiv beschäftigen und in einem Zielbildprozess Zukunftsszenarien für die Sindelfinger Innenstadt entwickeln, die wir gemeinsam mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, diskutieren möchten.
Auf dieser Basis werden wir dann konkrete Maßnahmenpläne für die Innenstadt entwickeln.
 
Parallel zum Zielbildprozess überlegen wir, was wir kurzfristig machen können, um die Innenstadt zu stärken.
 
Dazu wollen wir uns mit Gemeinderäten und Gewerbe- und Handelsvertretern Best-Practice-Beispiele in verschiedenen Innenstädten im Land anschauen.
 
Und wir wollen dabei klären, was davon – auch kurzfristig – auf Sindelfingen übertragbar ist.
 
Wie hat es doch der ehemalige Präsident des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeister von München, Christian Ude, so schön formuliert - sinngemäß:
„Das Schöne in der kommunalen Familie ist, dass wir voneinander hemmungslos kopieren können, und das sogar gewollt ist.“
 
Mit unserem 10-Punkte-Programm zum Wohnungsbau wollen wir sicherstellen, dass Sindelfingen auch in Zukunft eine attraktive Heimat für alle Bevölkerungsgruppen bleibt.
Ein wichtiger Partner ist für uns dabei unsere Tochtergesellschaft Wohnstätten, mit der wir neue Projekte entwickeln.
 
Parallel zur Erschließung des Neubaugebiets „Allmendäcker II“ gehen wir bereits die Entwicklung des regionalen Wohnbauschwerpunkts „Sindelfingen-West“ an.
 
Außerdem wollen wir uns an der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart beteiligen. Die IBA 2027 beschäftigt sich mit dem Bauen, Leben und Arbeiten im Zeitalter von Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel.
 
Verbunden ist damit der Anspruch, Lösungen für die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts aufzuzeigen.
 
Welches Projekt Sindelfingen beisteuern wird, soll in den kommenden Monaten zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und anschließend ausgewählt werden.
 
Gerade auch der Wirtschaftsstandort Sindelfingen zeigt, dass die Zukunft hier zu Hause ist. Und er wird stetig weiterentwickelt.
 
Deutlich wird das im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen – dort wurde im letzten Jahr der Grundstein für die Factory 56 gelegt. In dieser durchgängig digitalen Fabrik wird Daimler künftig Elektrofahrzeuge und damit die Fahrzeuge der Zukunft produzieren.
 
Aber auch bei vielen Mittelständlern wird kräftig in die Zukunft investiert.
 
Unternehmen in Sindelfingen wollen wir an ihrem Heimat-Sitz Zukunft bieten. Mit unserer Wirtschaftsflächenstrategie wollen wir daher wachsenden und auch ansiedlungswilligen Unternehmen die Möglichkeit bieten, in Sindelfingen zu investieren.
 
Um neue Impulse für die Unternehmen zu setzen und neue Ideen zu fördern, haben wir ein Gründerzentrum in der Sindelfinger Innenstadt initiiert.
Mit dem „Start-up Planet“ wollen wir neue, innovative Unternehmen für Sindelfingen begeistern, jungen Menschen mit Ideen und Innovationskraft Starthilfe geben und die Gründer- sowie Start-up-Szene hier ausbauen.
 
Und wir freuen uns, dass nach langem Rechtsstreit Breuninger jetzt endlich erweitern darf, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern.
Die Gegner des Projekts – die letztendlich auch nur eigene Interessen vertreten – haben durch alle Ebenen geklagt.
 
Und letztendlich hat das oberste Verwaltungsgericht in Deutschland bestätigt: Die Stadt Sindelfingen hat korrekt auf der Grundlage von Recht und Gesetz gehandelt.
 
Ganz entscheidend für die Zukunft unserer Heimat ist Bildung.
 
In Sindelfingen sind wir dafür schon heute gut aufgestellt:
Das fängt bei unseren Kindertagesstätten an.
Die Kitas in Sindelfingen genießen einen ausgezeichneten Ruf und schaffen die Voraussetzungen, dass bereits unsere jüngsten Mitbürgerinnen und Mitbürger sich gut entwickeln können.
 
Weiter geht es für die Kinder dann in unseren modernen Schulen, die wir mit kräftigen Investitionen an die Spitze des technologischen Fortschritts setzen wollen.
 
Ich bin überzeugt davon, meine Damen und Herren, dass wir mit Investitionen die Zukunft unseres Standorts sichern.
Und das gilt auch und gerade im Bereich Bildung und Betreuung.
 
Und dabei gehe ich von einem weiten Investitionsbegriff aus.
Wir investieren nämlich auch gezielt in Personal, um eine hohe Qualität in unseren Einrichtungen sicherzustellen.
 
Mit Blick auf manche Diskussionen, die momentan in der Landes- und Bundes-Politik geführt werden, müssen wir gerade in einem Wahljahr der Versuchung widerstehen, leichtfertig Geschenke zu verteilen.
Vielmehr müssen wir sicherstellen, dass wir auch in der Zukunft die Möglichkeit haben, diese hohe Qualität zu sichern und auszubauen.
Und das gilt auch und gerade, wenn wir davon ausgehen, dass eine finanzielle Abkühlung zu erwarten ist.
 
Über die klassischen Bildungsstätten hinaus fördern wir in Sindelfingen das Lernen und die Vorbereitung auf das berufliche Leben: So finden ab Ende Januar bereits die 12. Sindelfinger Wissenstage statt, und wir richten erneut den Jugend forscht – Wettbewerb Mittlerer Neckar aus.
Damit möchten wir allen interessierten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, in die spannende Welt der Wissenschaft und Forschung einzutauchen.
 
„Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen.
Heimat ist der Ort, an dem das "Wir" Bedeutung bekommt.“
- das hat, wie eingangs zitiert, unser Bundespräsident gesagt.
 
Damit unsere Heimat Zukunft hat, benötigen wir den Gemeinsinn und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger – und damit sind wir in Sindelfingen reich gesegnet.
 
Als Stadt Sindelfingen unterstützen und fördern wir dieses Engagement.
 
Ich denke dabei an unsere zahlreichen Sportvereine, die Menschen jedes Alters und jeder Herkunft zusammenbringen.
 
Nach der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes beim Floschenstadion im letzten Jahr werden wir unsere Sportstättenkonzeption weiter umsetzen.
Dazu gehört der Neubau des Funktionsgebäudes im Stadion.
 
Und im Januar werden wir dem Gemeinderat einen Vorschlag unterbreiten für die Weiterentwicklung unseres Badezentrums.
 
Neben dem Erhalt des Bades als Sportbad werden wir einen klaren Schwerpunkt darauf setzen, das Badezentrum als Familienbad auszubauen mit attraktiven Angeboten für Kinder und Jugendliche. Dazu soll auch eine Rutschenlandschaft gehören. 
 
Passend zu unserem Profil als familienfreundliche Stadt haben wir den sportlichen Ehrgeiz entwickelt, das Badezentrum im Segment Familienbad als die Nr. 1 der Region zu entwickeln.
 
Kultur verbindet: Ohne unsere kulturellen Vereine wären so großartige Veranstaltungen wie das Internationale Straßenfest oder die Sindelfinger Biennale nicht denkbar. Auf die Biennale 2019 freuen wir uns schon.
 
Und es sind ja gerade solche Feste, die uns alle und auch die Gäste unserer Stadt zusammenbringen. Das stärkt den Zusammenhalt und stiftet Identität.
 
Nach der Grundsatzentscheidung zum Standort des neuen Kultur-und Bürgerzentrums im letzten Jahr werden wir 2019 die weitere Planung zusammen mit interessierten Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen vornehmen.
 
Ein sehr bedeutender Identifikationspunkt und das geistig-kulturelle Zentrum unserer Stadt ist die Martinskirche.
 
Gerne unterstützen wir daher die Stiftung Martinskirche, die sich für den Erhalt des Kulturguts Martinskirche einsetzt.
 
Die Spendeneinnahmen des heutigen Neujahrsempfangs kommen der Stiftung zugute, die im letzten Jahr ihr 10 jähriges Jubiläum gefeiert hat.
 
Für Ihre Spenden, meine Damen und Herren, darf ich mich schon jetzt herzlich bedanken.
 
Auch unsere Jugend engagiert sich sehr aktiv in Vereinen, Schulen oder auch bei Simsalon.
 
Den neuen Jugendgemeinderat konnten wir vor wenigen Wochen ins Amt einsetzen.
 
Und für die Generation 55plus, die zu den Säulen der Gesellschaft zählt, wollen wir die Lebensbedingungen überprüfen und uns Themen wie Gesundheit, Sicherheit und Wohnen anschauen.
 
Daher führen wir in den nächsten Wochen eine Befragung dieser Gruppe gemeinsam mit dem Forschungsverbund „Aktives Altern“ durch.
 
Ziel ist es, auf der Basis dieser Erkenntnisse den demographischen Wandel in Sindelfingen aktiv zu gestalten, und Sindelfingen noch attraktiver für alle Altersgruppen zu machen.
 
Natürlich ist man mit 55 noch lange kein Senior, aber es geht schließlich um eine mittel- bis langfristige Zukunftsplanung.
 
Dieser Hinweis war mir nochmals wichtig – als jemand, der schon ziemlich nahe an dieser Zielgruppe ist …
 
In den Hilfsorganisationen sind viele Menschen ehrenamtlich für das Gemeinwohl tätig: wie bei der Feuerwehr, beim Deutschen Roten Kreuz oder beim THW. Sie helfen und unterstützen Mitmenschen, die Hilfe benötigen.
 
Deshalb ist es unsere Aufgabe, diesen Helfern und Rettern die notwendige Unterstützung für ihre Arbeit zukommen zu lassen.
 
Bei der Feuerwehr gerät das Ehrenamtsmodell in Zeiten höherer Mobilität und steigender beruflicher Anforderungen an seine Grenzen.
 
Die Feuerwehrbedarfsplanung soll die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger durch eine zukunftsfähige Feuerwehr auch für die kommenden Jahre garantieren.
 
Nach der Devise „so viel Ehrenamt wie möglich – so viel Hauptamt wie nötig“ soll die Wehr personell gestärkt werden, aber auch die Ausstattung der Feuerwehrkameradinnen und –kameraden planmäßig weiterentwickelt werden.
 
Besonders ansprechen möchte ich in diesem Jahr unsere Gemeinderäte und Ortschaftsräte, die viel Zeit und Engagement für ihre Stadt oder Ortschaft einbringen.
Sie leisten einen wichtigen Beitrag, damit unsere lokale Demokratie überhaupt funktionieren kann.
 
Im Schwäbischen ist natürlich das „Bruddeln“ immer zulässig, aber noch viel besser ist Mitmachen und Bessermachen.
 
Ich danke daher allen, die sich entschlossen haben, sich in diesem Jahr um ein Mandat zu bewerben – der politische Wettstreit um Ideen ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie.
 
Und meine Damen und Herren,
ich lade Sie ein:
Machen Sie am 26. Mai von Ihrem Wahlrecht Gebrauch – denn die Demokratie steht und fällt mit dem Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger.
 
Und gerade auf der lokalen Ebene können die gewählten Vertreter unseren Alltag in vielen Bereichen direkt beeinflussen – sei es bei den Kitas, den Straßen, in Sport und Kultur, der Ausstattung der Schulen oder bei der Schaffung von Wohnraum.
 
Zukunft für unsere Heimat zu schaffen, bedeutet natürlich auch, nachhaltig zu handeln – denn wir müssen nachfolgenden Generationen Gestaltungsspielraum ermöglichen.
 
Konkret bedeutet das, dass wir auch in Zeiten hoher Einnahmen aus der Gewerbesteuer mit Augenmaß handeln und nicht übermütig werden.
 
Ohne sofort ins Lager der Pessimisten zu wechseln, ist es wohl nicht übertrieben zu sagen, dass wir alle mit einer finanziellen Abkühlung rechnen. Umso wichtiger ist eine nachhaltige Haushaltspolitik.
 
Und gleichzeitig sind wir alle dazu aufgerufen, ebenso nachhaltig mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen.
 
Damit Sindelfingen auch in Zukunft eine attraktive Heimat bleibt, müssen wir diese mit aktivem Klima- und Umweltschutz bewahren.
Dazu gehört auch, unsere attraktiven Grünanlagen und Wälder zu erhalten, die uns eine hohe Lebensqualität bieten.
 

Ausblick ins Jahr 2030:
Abschließend möchte ich Sie, meine Damen und Herren, auf einen Spaziergang durch die Zukunft Sindelfingens mitnehmen. Dazu machen wir einen Besuch bei Familie Weber im Jahr 2030.
 
Für Familie Weber beginnt der Freitag um 6 Uhr.
Sindolf und Mechthild Weber gehen in die Küche und genießen einen ersten Panoramablick über Sindelfingen – denn ihre Wohnung befindet sich in etwa dort, wo früher das Sindelfinger Krankenhaus war.
 
Das Krankenhaus ist nun auf dem Flugfeld und bietet den Bürgerinnen und Bürgern eine erstklassige medizinische Versorgung.
 
Und die Entwicklung des grünen Wohnquartiers auf der Steige war ein preisgekröntes Projekt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung der Region Stuttgart.
 
Mitgestaltet wurde das Quartier von den Bürgerinnen und Bürgern, einfach und praktisch per digitaler Bürgerbeteiligung.
 
Um 7:15 Uhr verlässt Vater Sindolf Weber das Haus zu einem Kundentermin nach Stuttgart. Mit dem Elektro-Auto geht es zum Sindelfinger S-Bahnhof – am Mobilitätspunkt parkt Sindolf sein Auto und schließt es an eine E-Lade-Säule an.
 
Weiter geht es stau- und stressfrei mit der S-Bahn nach Stuttgart. Sindolf geht direkt zum Gleis, ohne den genauen Fahrplan im Kopf zu haben: Denn er kann sich auf einen 10-Minuten-Takt verlassen.
 
In der Zwischenzeit fährt Sohn Martin mit dem Rad in die Schule – auf einem gut ausgebauten Radweg.
Im Rucksack hat er neben einer kleinen Brotzeit den Roman 1984 von George Orwell, aber nicht für den Unterricht, sondern nur für die Freistunde – denn in der Schule haben alle Schülerinnen und Schüler ein Tablet, mehr braucht es zum Lernen nicht.
Mit einem echten Buch aber, weiß Martin, kann er im digitalen Zeitalter beeindrucken - vor allem seine Mitschülerinnen …
 
Martins Schwester Sindy wird von Mutter Mechthild Weber ins neu gebaute Floschenstadion zum Sporttag der Bürgerstiftung gebracht.
 
Anschließend geht Frau Weber wieder nach Hause und arbeitet im Home-Office. Dank des vollflächig verfügbaren Breitbands in Sindelfingen kein Problem!
 
Am Samstagmorgen fahren Sindolf und sein Sohn Martin mit ihren
E-Bikes zum Wochenmarkt auf dem neu sanierten und gestalteten Marktplatz und kaufen frische regionale Produkte fürs Abendessen.
 
Auf dem Weg fällt Ihnen ein loser Bordstein auf. Herr Weber macht rasch ein Foto und sendet es per Smartphone mit der Sindelfingen-App an „Sindelfingen-wills-wissen“, damit die Damen und Herren vom Rathaus das Problem schnell lösen können.
 
Die kleine Sindy erwartet die beiden sehnlichst – denn nun geht es für die ganz Familie ins Badezentrum.
Während Sindy sich mit ihrer Mutter im neu gebauten, attraktiven Kleinkindbereich vergnügt, hat sich Martin mit seinen Freunden zum Rutschen verabredet.
Er ist ganz begeistert von der tollen Rutschenlandschaft, die es so in der Region nur in Sindelfingen gibt.
 
Nachmittags geht es dann für alle noch einmal in die Innenstadt – in der Chocolaterie von Kevin Kugel bekommen die Kinder ein Eis.
 
Im Anschluss trifft sich Mechthild Weber im neuen Schwippe-Quartier auf dem Gelände des ehemaligen Post-/ Voba-Komplexes mit einer Freundin zu einem Einkaufsbummel – und Herr Weber setzt sich gleich neben dem imposanten Gebäude mit seinen beiden Kindern an die Schwippe, die nach vielen Jahren wieder freigelegt wurde.
 
Während Sindy mit einem kleinen Boot spielt, liest Martin in seinem Buch. Und Sindolf träumt vor sich hin und schwelgt in Erinnerungen: hier, an gleicher Stelle, ist er schon als Kind mit seinem Vater regelmäßig am Bankschalter gestanden - aber das ist lange her…
 

Zurück ins Jahr 2019:
Meine Damen und Herren,
zurück ins Jahr 2019: Der heutige Neujahrsempfang ist nur durch die Unterstützung von zahlreichen Mitwirkenden möglich.
 
Ich danke nochmals der Bigband der Realschule Hinterweil,dem spanischen Kulturverein Sal Marina unter der Leitung von Eva Andrades,dem Duo Tobias Götzmann und Igor Petrov, dem Schornsteinfeger Detlev Lissner, den Sternsingern aus den Gemeinden St. Anna, St. Maria, St. Joseph und zur Heiligen Dreifaltigkeit und den Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte Banaterstraße, die die Kinderbetreuung im Foyer übernommen haben.
 
Ebenso danke ich den vielen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen, und meinem Team für die Organisation der heutigen Veranstaltung, stellvertretend Christof Hölzl aus dem Hauptamt und meinem Persönlichen Referenten Maximilian Walz.

 
Danke für Ihr großes Engagement!
 
Mein Dank gilt aber auch Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, für Ihr Engagement für unsere Stadt.
 
Und ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, die Tag für Tag mit großem Einsatz all die vielen Themen für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger vorantreiben.
 
Meine Damen und Herren,
ich wünsche ich Ihnen viel Freude bei den weiteren Darbietungen.
 
Im Anschluss an das Programm darf ich Sie schon jetzt herzlich in das Foyer einladen.
 
Ich freue mich auf die Gespräche mit Ihnen.
 
„Sindelfingen – Heimat der Zukunft“ - das ist eine Einladung an uns alle, unsere Heimat und unsere Zukunft gemeinsam zu schaffen.
 
Lassen Sie uns, meine Damen und Herren, hoffnungsvoll in die Zukunft sehen und die großen Herausforderungen unserer Zeit als Chancen angehen.
 
Lassen Sie uns Sindelfingen gemeinsam gestalten – bürgernah, zukunftsorientiert, weltoffen und europäisch.
 
Ich glaube, der kleine Spaziergang am Ende meiner Rede hat nochmals deutlich gemacht, warum wir uns gerne für diese, unsere Stadt einsetzen:
weil Sindelfingen liebens- und lebenswert ist, weil Sindelfingen großartige Perspektiven hat und weil wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt.
 
In Sindelfingen hat Heimat Zukunft.
Und in Sindelfingen hat die Zukunft eine Heimat.
 
In diesem Sinne freue ich mich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch in diesem Jahr mit Ihnen gemeinsam unser Sindelfingen zu gestalten.
 
Ich freue mich auf zahlreiche Begegnungen mit Ihnen.
 
Und ich wünsche Ihnen allen ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr 2019.
 
Herzlichen Dank.