Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, die Planung eines multifunktionalen Kultur- und Bürgerzentrums am Standort der Alten AOK weiterzuverfolgen

In der Gemeinderatssitzung vom 15. Mai bringt die Stadtverwaltung Sindelfingen eine Sitzungsvorlage zum weiteren Vorgehen bezüglich des Kultur- und Bürgerzentrums ein.

Die Stadt Sindelfingen spricht sich in ihrer aktuellen Sitzungsvorlage zum Kultur- und Bürgerzentrum nach eingehender rechtlicher Prüfung dafür aus, das Projekt am Standort Alte AOK zu realisieren und den Standort Domo nicht weiterzuverfolgen. „Sindelfingen und insbesondere die Vereine in der Alten AOK können nicht länger warten“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer „Der Neubau eines Kultur- und Bürgerzentrums an der Stelle der Alten AOK ist nicht nur räumlich eine attraktive Lösung, sondern kann auch langfristig im Haushalt der Stadt Sindelfingen abgebildet werden.“
 
Am 20. März hatte die Stadtverwaltung im Gemeinderat die Ergebnisse des vorgeschalteten Rechtsgutachtens vorgestellt, das der Gemeinderat im Nachgang zur Bürgerinformationsveranstaltung 2016 gewünscht hatte. Das Gutachten zeigte, dass eine weitere Untersuchung des Standorts Domo mit erheblichen Hürden und Risiken verbunden wäre. „Aufgrund der komplexen Eigentümerstruktur wäre die vertiefte bauliche Untersuchung des Domos ein langwieriges Unterfangen mit ungewissem Ausgang. Diese Verzögerung im Projekt können und wollen wir den Vereinen in der Alten AOK nicht zumuten“, so Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens „Ein Neubau an Stelle der Alten AOK ist städtebaulich auch mit Blick auf den geplanten Mobilitätspunkt eine sehr attraktive Lösung.“
 
Die Verwaltung schlägt vor, in Zusammenarbeit mit der Firma Kubus360, die Planungen für den Neubau an Stelle der Alten AOK zügig voranzutreiben. Teil der Planungen ist eine Bedarfsanalyse für Veranstaltungsräumlichkeiten. Im Rahmen der Sitzungsvorlage soll der Gemeinderat die Verwaltung beauftragen, ein Konzept für den weiteren Planungs- und Beteiligungsprozess des Kultur- und Bürgerzentrums vorzulegen. „Auch wenn wir den Vorschlag des Vereins Domo Novo nicht teilen, ist das ehrenamtliche Engagement außerordentlich. Wir möchten daher den Verein gerne dazu einladen, sich gemeinsam mit allen an einem Kultur- und Bürgerzentrum interessierten Vereinen weiter am Verfahren für ein Kultur- und Bürgerzentrum zu beteiligen. Auch die Sindelfingerinnen und Sindelfinger möchten wir in die Planungen miteinbeziehen“, so Erster Bürgermeister Christian Gangl über den weiteren Prozess. Die Stadt plant Ziele und Größenordnung vorzugeben, die räumliche Ausgestaltung soll dann in einem Beteiligungsverfahren erfolgen.
 
„Ein Nein zum Domo als Standort für das neue Kultur- und Bürgerzentrum bedeutet jedoch nicht, dass wir die städtebauliche Problematik aus dem Blick verlieren“ so Clemens zum Domo.
„Im Gegenteil, Teil der Sitzungsvorlage ist auch, dass uns der Gemeinderat beauftragt, einen Vorschlag zur städtebaulichen Entwicklung des Domos und seines Umfelds zu erarbeiten. Hier möchten wir vor allem auch prüfen, ob der Bereich als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann. Dies würde auch private Eigentümer bei der Sanierung unterstützen.“
 
Bis zur Umsetzung des Projekts sucht die Stadt nach einer geeigneten Zwischenlösung für die Vereine, die aktuell in der Alten AOK untergebracht sind. „Wir sind mit allen Vereinen in enger Abstimmung. Es ist uns wichtig, die engagierte Sindelfinger Vereinslandschaft zu unterstützen. Wir haben in Sindelfingen schon heute eine gute Infrastruktur für Vereine, mit dem Kultur- und Bürgerzentrum könnten wir sicherlich vorbildliche Maßstäbe setzen“, so Horst Zecha, Leiter des Kulturamts und Projektverantwortlicher.
 
Das Projekt 11.1 Prüfung eines multifunktionalen Kultur- und Bürgerzentrums“ war aus dem Bürgerbeteiligungsprozess „Sindelfingen 2025 – Stadtentwicklung im Dialog“ hervorgegangen.