Erste Gemeinderatssitzung 2019: Konzeption Badezentrum, Sanierungsvariante Tiefgarage, Wirtschaftsflächenstrategie und Feuerwehrbedarfsplanung - OB Vöhringer: „Vier bedeutende Zukunftsthemen, mit denen wir die Zukunft des Standort Sindelfingen gestalten“

Im Zuge der ersten Gemeinderatssitzung 2019 stehen für die Stadt Sindelfingen gleich mehrere strategisch bedeutsame Themen auf der Tagesordnung. Unter anderem werden die Ergebnisse der Vorplanung Tiefgarage vorgestellt und eine Sanierungsvariante empfohlen. Darüber hinaus wird über die weiteren Planungen zur Konzeption des Badezentrums berichtet und die zukünftige Wirtschaftsflächenstrategie der Stadt sowie die Feuerwehrbedarfsplanung eingebracht.

Im Zuge der ersten Gemeinderatssitzung 2019 stehen für die Stadt Sindelfingen gleich mehrere strategisch bedeutsame Themen auf der Tagesordnung. Unter anderem werden die Ergebnisse der Vorplanung Tiefgarage vorgestellt und eine Sanierungsvariante empfohlen. Darüber hinaus wird über die weiteren Planungen zur Konzeption des Badezentrums berichtet und die zukünftige Wirtschaftsflächenstrategie der Stadt sowie die Feuerwehrbedarfsplanung eingebracht.
 
„Mit gleich vier bedeutenden Themen stellen wir wichtige Weichen für die Zukunft unseres Standortes Sindelfingen“, äußert sich Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer zur Tagesordnung der ersten Gemeinderatssitzung 2019.
 
Konzeption Badezentrum
„Wir möchten das Sindelfinger Badezentrum sanieren und gleichzeitig noch attraktiver gestalten, deshalb empfehlen wir dem Gemeinderat die Realisierung der Variante 2 in Eigenregie“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer. Weiter fasst er den Hauptaspekt der Konzeption Badezentrum zusammen: „Sindelfingen soll das Familienbad Nummer 1 in der Region werden! Darüber hinaus möchten wir beim Sportangebot unsere Spitzenposition bestätigen und in Punkto Sauna ins starke Mittelfeld aufholen.“
 
Hintergrund der neuen Konzeption ist, dass das Sindelfinger Badezentrum nach über 40jährigem Bestehen in die Jahre gekommen ist. Aus diesem Grund hatte die Verwaltung mit Unterstützung externer Berater eine sogenannte Machbarkeitsstudie mit Situationsanalyse beauftragt, aus der drei Entwicklungsszenarien hervorgingen:
Variante 1: Sanierung und teilweiser Rückbau des Bestands, Investitions- und Betriebsverantwortung in städtischer Hand, Investitionsvolumen ca. 15 Mio. €Variante 2: Sanierung des Bestands, Erweiterung und deutliche Attraktivierung, Investitions- und Betriebsverantwortung in städtischer Hand, Investitionsvolumen ca. 28 Mio. €Variante 3: Sanierung des Bestands, umfassende Erweiterung und Angebotsverbesserung, Investitions- und Betriebsverantwortung in Hand eines externen Investors, Investitionsvolumen ca. 60 Mio. €
 
Diese dienten als Basis für einen Meinungsbildungsprozess zur Zukunftssicherung des Badezentrums Sindelfingen. Das breit angelegte Bürgerbeteiligungsverfahren zeigte, dass sich eine 2/3-Mehrheit der befragten Gäste eine deutliche Attraktivierung des bestehenden Angebots wünscht.
 
Im nächsten Schritt wurden die zentralen Elemente der Machbarkeitsstudie im Hinblick auf den Standort Sindelfingen sowie eine Konkurrenz- und Marktanalyse wiederum mit externer Beratung ergänzt. „Die weiteren Untersuchungen haben gezeigt, dass es für einen langfristig wirtschaftlichen Erhalt des Badezentrums notwendig ist, das Angebot noch attraktiver zu gestalten“, so Erster Bürgermeister Christian Gangl.
 
„Insbesondere im Familienbereich bestehen in der Region noch großartige Entwicklungspotenziale. In Sindelfingen soll daher zukünftig eine neue Familien-Badewelt mit Themenbereichen, Attraktionen für verschiedene Altersgruppen und einzigartiger Rutschenlandschaft entstehen. Ergänzt wird diese durch eine sanierte und teilweise umstrukturierte Sportwelt in der bestehenden Schwimmhalle, eine hochwertige Saunalandschaft und attraktive Gastronomie“, fasst Vöhringer das Vorhaben zusammen.
 
„Bei all den geplanten Neuerungen liegen uns zwei Dinge besonders am Herzen: Die Schwimmhalle mit 50m-Becken und der charakteristischen Holzdecke soll erhalten bleiben und mit einem kostengünstigen Grundangebot muss Schwimmen für Schulen, Vereine und Stammgäste weiterhin erschwinglich bleiben.“, unterstreicht Vöhringer.
 
Im Anschluss an die Präsentation der Konzeption im Gemeinderat wird das Thema im Februar als erste Lesung in den Sportausschuss eingebracht. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben dann am 27. Februar im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung (Ort wird in den kommenden Wochen bekannt gegeben) die Möglichkeit Fragen und Anregungen einzubringen, bevor die Konzeption im März in den Sitzungslauf geht. Neben der Investitionsentscheidung wird im weiteren Verlauf des Projekts eine geeignete Betriebsform und Betriebsführung geprüft.
 
„Die aktuell ordentliche Finanzlage wollen wir dazu nutzen, eine zweckgebundene Rücklage in
Höhe von 35 Mio € zu bilden. Auf diesem Wege soll die „Leuchtturm-Investition“ auch für
finanziell schwierigere Zeiten abgesichert werden“ Erster Bürgermeister Christian Gangl zu den Finanzen.


 
Ergebnisse der Vorplanung / Mögliche Sanierungsvarianten der Tiefgarage Marktplatz
Eine weitere Herausforderung, der sich die Stadt Sindelfingen zukünftig stellen muss, ist die Sanierung der Tiefgarage Marktplatz. „Neben den Einschränkungen in der Bauphase sollten wir auch die Chancen des Projekts sehen: Denn neben einer modernen und attraktiven Tiefgarage bietet uns das Projekt die Gelegenheit, unseren Marktplatz neu zu gestalten“, betont Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer die positiven Aspekte.
 
Die Tiefgarage aus den Jahren 1981/1982 weist zahlreiche Risse auf, die in der Vergangenheit aus Kostengründen nur lokal saniert werden konnten. Korrosion durch eindringendes Salzwasser und fehlende Bauwerksfugen aufgrund des Schutzraumes im 3. Untergeschoss führten zum dringenden Sanierungsbedarf des Bauwerks. Im Zuge der ersten Gemeinderatssitzung 2019 werden die Ergebnisse der Vorplanung vorgestellt, die eine Planungsgemeinschaft aus dem Ingenieurbüro für Instandsetzung Zimbelmann GmbH, dem Institut Renoplan GmbH und der Ingenieurgesellschaft Mayer-Vorfelder und Dinkelacker GmbH erarbeitet hat.
 
Aus den insgesamt zehn untersuchten Szenarien (drei davon sehen die Sanierung des Bestandes, sieben eine Grundsanierung vor) schlägt das Büro zwei mögliche Szenarien vor und spricht sich in seiner Empfehlung deutlich für eine Grundsanierung (G-V1) aus, die mit höherer Dauerhaftigkeit und Dichtigkeit des Bauwerkes gegenüber der Variante Bestandssanierung überzeugt. Die empfohlene Variante soll rund 21,1 Mio. Euro kosten und für die kommenden 75 Jahre Bestand haben. Die Verwaltung schließt sich der Empfehlung an. „Die neue Tiefgarage wird für den Nutzer deutlich komfortabler: die Parkplätze entsprechen mit einer Breite von 2,5 m den heutigen Automodellen und eine weitere Auffahrtrampe zwischen dem dritten und ersten Untergeschoss wird ergänzt. Darüber hinaus beheben wir grundsätzliche technische Mängel und ergänzen neben einer modernen Lüftungsanlage auch einen entsprechenden Brandschutz“, so Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer ergänzt: „Selbstverständlich denken wir auch an die Zukunft: Mit zehn Elektroladesäulen und Optionen für eine Ausweitung des Angebots.“
 
Die Grundsanierung ist entgegen einer Bestandssanierung mit etwas größeren Einschränkungen auf dem Marktplatz und einer leicht erhöhten Bauzeit von rund 36 Monaten verbunden. Um die Einschränkungen dennoch so gering wie möglich zu halten, soll die Sanierung in Bauphasen erfolgen, sodass stets ein Teil des Marktplatzes nutzbar bleibt und eine reduzierte Anzahl an Stellplätzen zur Verfügung steht.
 
„Aktuell machen wir uns Gedanken, wo wir den Wochenmarkt und unsere innerstädtischen Veranstaltungen während der Bauphase weiterführen. Um die kritische Phase der Bauzeit möglichst gut zu bewältigen, werden wir außerdem mit zahlreichen flankierenden Maßnahmen in den Bereichen Kommunikation und Baustellen- und City-Marketing die Innenstadt unterstützen“, so Vöhringer zu den begleitenden Maßnahmen der Stadt.
Baubürgermeisterin Clemens zeigt die Zukunft auf: „Nach der Sanierung soll die Tiefgarage ein rundum positiver Startpunkt für den Innenstadtbesuch sein – sicher, sauber, hell und benutzerfreundlich.“
 
Wirtschaftsflächenstrategie
„Sindelfingen ist ein starker Wirtschaftsstandort. Um auch weiterhin für ansässige und ansiedlungsinteressierte Unternehmen interessant zu sein, müssen wir als Stadt auch zukünftig ausreichend qualifizierte Gewerbeflächen anbieten können. Nur, wenn wir diese zur Verfügung stellen, können wir dafür sorgen, dass unser örtlicher Mittelstand dem Standort Sindelfingen treu bleiben kann, wenn er sich weiterentwickelt und weitere Unternehmen sich in Sindelfingen ansiedeln“, betont Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer. „Und nur so können wir wettbewerbsfähig bleiben.“
 
Aus diesem Grund hat die Wirtschaftsförderung Sindelfingen GmbH eine Wirtschaftsflächenstrategie erarbeitet. „Wir haben den Bestand ermittelt, analysiert und den künftigen Flächenbedarf prognostiziert“, so Geschäftsführer Sascha Dorday. Das Ergebnis belegt und beziffert die bisherige Wahrnehmung: Bis zum Jahr 2035 hat die mit der Erstellung der Konzeption beauftragte Prognos AG einen Gewerbeflächenbedarf zwischen 48 und 66 Hektar ermittelt.
Zum Vergleich: Aktuell gibt es im Stadtgebiet und den Sindelfinger Stadtteilen etwa 20 Hektar Wirtschaftsflächen. Davon sind lediglich rund 5,7 Hektar im Eigentum der Stadt, der Rest ist mit Restriktionen belegt.
 
„Im Zuge der Wirtschaftsflächenstrategie konnten wir im Stadtgebiet fünf Entwicklungsflächen mit insgesamt rund 46 Hektar Entwicklungen identifizieren“, so Vöhringer. „Wir wollen moderat wachsen und langfristig den Gewerbeflächenbedarf in Sindelfingen sichern.“
 
Wirtschaftsförderer Dorday ergänzt: „Potenziale haben die Gebiete Tübinger Allee und „Wiesle“, eine Erweiterung Bühl Ost und Häslach West (Darmsheim) sowie das Gebiet Seiler / Holder (westlich der Gottlieb-Daimler-Straße) Die höchste Priorität liegt auf der Entwicklung der Gebiete Tübinger Allee sowie Seiler / Holder.“
 
Die Wirtschaftsflächenstrategie enthält auch konkrete Leitlinien, die das zukünftige Handeln der Stadt im Hinblick auf die gewerbliche Entwicklung prägen und Maßnahmen zur Umsetzung.
Grundsätzlich bemüht sich die Stadt, Flächen gezielt zu kaufen, um Entwicklungen selbst zu steuern. Parallel dazu soll das Serviceangebot des von der Wirtschaftsförderung bereitgestellten Wirtschaftsimmobilienportals intensiviert werden, der Fokus liegt hierbei auf Bestandsimmobilien und privaten Flächen.
 
Die Sitzungsvorlage wird am 22. Januar in den Gemeinderat eingebracht, beschlossen werden soll nach Sitzungslauf im Februar. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer: „Es geht darum, dass Sindelfingen ein attraktiver, starker und erfolgreicher Wirtschaftsstandort bleibt.“
 
Feuerwehrbedarfsplanung
2013 hat der Sindelfinger Gemeinderat eine umfassende Strukturuntersuchung der Sindelfinger Feuerwehr beschlossen. Die Ergebnisse und Empfehlungen wurden nun in einer Feuerwehrbedarfsplanung Sindelfingen zusammengefasst, der der Feuerwehrausschuss bereits zugestimmt hat.
 
Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer fasst das Ergebnis zusammen: „Die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger muss jederzeit gewährleistet sein. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Feuerwehr auch in Zukunft dieser Aufgabe gerecht werden kann.“ Eine große Herausforderung hierbei ist die geringer werdende Zahl ehrenamtlicher Kräfte werktags tagsüber. „So viel Ehrenamt wie möglich, so viel Hauptamt wie nötig, lautet unser Leitmotiv. Wir verfügen in Sindelfingen glücklicherweise über ein außerordentlich engagiertes Ehrenamt und möchten auch zukünftig die ehrenamtliche Struktur der Feuerwehr erhalten. Dennoch bedarf es insbesondere in der Tagesverfügbarkeit, auch aufgrund der heutigen Anforderungen in der Berufswelt, vermehrt hauptamtlicher Kräfte, um das Ehrenamt tagsüber zu entlasten und so langfristig zu stärken und zu erhalten.“ Insgesamt bedarf es 16 hauptamtlicher Stellen im Einsatzdienst. 2013 waren sieben Hauptamtliche im Einsatz, seitdem wurden sechs weitere Stellen neu geschaffen und besetzt. Zudem soll es zukünftig einen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten geben.
 
Neben den personellen Faktoren wurde auch über die Standorte beraten. Hierbei sind insbesondere bauliche Anpassungen notwendig, die Standorte Sindelfingen, Darmsheim und Maichingen werden derzeit als ausreichend angesehen. Durch Optimierungen in der Aufbau- und Ablauforganisation, wie z.B. der Einrichtung von Organisationseinheiten, kann die gegenseitige Unterstützung der Mitarbeiter weiter optimiert werden. Wolfgang Finkbeiner, Leiter des Amts für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz hebt einen weiteren Punkt in der Planung hervor: „Ein langfristiges Fahrzeugkonzept ist eine wichtige Basis für unsere tägliche Arbeit, wird so doch sichergestellt, dass wir auf das notwendige Equipment zugreifen können.“

(Erstellt am 22. Januar 2019)