Klimaschutzkonzept 2026
Die Stadt Sindelfingen engagiert sich seit vielen Jahren aktiv für den Klimaschutz. Bereits im Jahr 2001 wurde das erste Klimaschutzkonzept erstellt, 2013 folgte dessen Fortschreibung zum Klimaschutzkonzept 2013. Auf dieser Grundlage konnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden, die zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz beigetragen haben.
Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, sind jedoch weitere ambitionierte Schritte erforderlich. Daher wird derzeit ein neues integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet, das den strategischen Rahmen für die kommenden Jahre setzt.
Was ist neu am Klimaschutzkonzept?
- Klare Zielsetzung: Die Stadt Sindelfingen strebt die Klimaneutralität des gesamten Stadtgebiets sowie der Stadtverwaltung bis zum Jahr 2040 an. Damit orientiert sie sich an den Zielen des Landes Baden-Württemberg und den Vereinbarungen des Klimapakts Baden-Württemberg (siehe Infobox unten).
- Bündelung bestehender Konzepte: Vorhandene Strategien, Erfahrungen und Erkenntnisse werden zusammengeführt und mit neuen Ansätzen verknüpft.
- Erweiterte Handlungsfelder: Neben klassischen Themen wie Energieversorgung, Gebäude und Verkehr werden weitere Bereiche wie nachhaltige Mobilität, Klimaanpassung, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft berücksichtigt.
- Monitoring und Erfolgskontrolle: Ein systematisches Controlling sorgt dafür, dass Fortschritte messbar sind, Maßnahmen überprüft und Ziele konsequent verfolgt werden.
- Stärkere Umsetzungsausrichtung: Priorisierte Fokusmaßnahmen ermöglichen eine zügige und wirksame Umsetzung.
Grundlage: Die Energie- und Treibhausgasbilanz
Grundlage: Die Energie- und Treibhausgasbilanz
Die Grundlage des neuen Klimaschutzkonzeptes bildet die Energie- und Treibhausgasbilanz. Sie schafft eine einheitliche Datenbasis für die kommunale Wärmeplanung und das Klimaschutzkonzept. Darauf aufbauend wurden:
- eine Ist-Analyse der relevanten Sektoren und Handlungsfelder (z. B. Gebäude, Verkehr, Industrie),
- Potenzialanalysen und Reduktionsszenarien sowie
- konkrete Treibhausgas-Minderungspfade auf dem Weg zur Klimaneutralität 2040 entwickelt.
Maßnahmen und Umsetzung
Maßnahmen und Umsetzung
In einem verwaltungsinternen Beteiligungsprozess wird ein umfassender Maßnahmenkatalog erarbeitet, der konkrete Schritte, Zuständigkeiten und Meilensteine enthält. Ergänzt wird das Konzept durch eine Verstetigungsstrategie, ein Controlling-Konzept sowie eine Kommunikationsstrategie.
Zur Beschleunigung der Umsetzung wurden zudem Fokusmaßnahmen definiert, die mit besonderer Priorität verfolgt werden.
Weitere Informationen zum Klimaschutzkonzept und zu den Fokusmaßnahmen finden Sie in Kürze hier.
Was bedeutet Klimaneutralität im kommunalen Klimaschutz?
Was bedeutet Klimaneutralität im kommunalen Klimaschutz?
Klimaneutralität auf kommunaler Ebene bedeutet Treibhausgasneutralität. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen aller menschlichen Aktivitäten innerhalb des Stadtgebiets, beispielsweise aus Gebäuden, Verkehr, Kreislaufwirtschaft oder öffentlicher Infrastruktur so weit wie möglich zu vermeiden.
Unvermeidbare Restemissionen können durch natürliche Senken (z. B. Aufforstung) ausgeglichen werden. Dabei gilt: Kompensation ist nur für Emissionen vorgesehen, die trotz aller Maßnahmen nicht vermeidbar sind.
Für Sindelfingen bedeutet das: Die Stadt strebt an, bis 2040 so wenig Treibhausgase wie möglich freizusetzen und verbleibende Emissionen gezielt auszugleichen.
Warum ist das für Sindelfingen wichtig?
Warum ist das für Sindelfingen wichtig?
- Die Stadtverwaltung und ihre Einrichtungen richten sich schrittweise auf einen Netto-Null-Emissionspfad aus.
- Klimaneutralität stärkt die Vorbildfunktion der Stadt gegenüber Bürgerschaft, Wirtschaft und Institutionen.
- Klimaschutz trägt dazu bei, die Lebensqualität vor Ort zu sichern und die Folgen des Klimawandels zu begrenzen.
- Gleichzeitig leistet Sindelfingen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung internationaler, nationaler und landesweiter Klimaziele.
Klimapakt Baden-Württemberg: Verantwortung und Vorbildfunktion
Mit dem Beitritt zum Klimapakt Baden-Württemberg im Jahr 2024 (SV14/2022) bekennt sich die Stadt Sindelfingen zu einer aktiven und verantwortungsvollen Rolle im kommunalen Klimaschutz. Dabei steht insbesondere die Vorbildfunktion der Stadtverwaltung im Mittelpunkt: Als öffentliche Institution geht die Kommune mit gutem Beispiel voran und richtet ihr eigenes Handeln konsequent an den Zielen der Klimaneutralität bis 2040 aus. Dies betrifft unter anderem den Betrieb städtischer Gebäude, die Energieversorgung, die kommunale Beschaffung, den Fuhrpark sowie die Planung und Umsetzung klimafreundlicher Infrastruktur.
Der Beitritt zum Klimapakt ist zugleich mit der Verpflichtung verbunden, Klimaschutz strategisch und dauerhaft in kommunales Handeln zu integrieren. Dazu gehören die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes, die regelmäßige Erfassung von Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen, ein wirksames Monitoring sowie die schrittweise Umsetzung konkreter Maßnahmen. Fortschritte sollen transparent dargestellt und Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Gleichzeitig eröffnet der Klimapakt der Stadt Sindelfingen wichtige Chancen: Das Land Baden-Württemberg unterstützt die teilnehmenden Kommunen durch Förderprogramme, fachliche Beratung sowie den Austausch mit anderen Städten und Gemeinden. Dadurch wird die Stadt bei der Umsetzung ihrer Klimaschutzziele gestärkt und kann ihre Vorreiterrolle weiter ausbauen.