Treibhausgas-Bilanz
Treibhausgas-Bilanz 2019 - Stadt Sindelfingen
Emissionen verstehen – Fortschritte einordnen – Zukunft gestalten
Die Treibhausgas-Bilanz der Stadt Sindelfingen zeigt, wie sich Energieverbrauch und Emissionen entwickeln und bildet eine wichtige Grundlage für die strategische Ausrichtung des kommunalen Klimaschutzes. Gleichzeitig macht sie deutlich, wo Fortschritte erzielt wurden und in welchen Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht.
Ein wesentliches Ziel der Stadt ist die Klimaneutralität bis 2040. Um dieses Ziel zu erreichen, reicht eine einmalige Bestandsaufnahme jedoch nicht aus. Entscheidend ist ein systematisches Monitoring, das die Entwicklung der Emissionen kontinuierlich verfolgt und transparent macht.
Emissionsentwicklung im Überblick
Im Jahr 2019 wurden in Sindelfingen rund 837.000 Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Ohne den Verkehr lagen die Emissionen bei 573.000 Tonnen.
Im Vergleich zum Jahr 2009 konnten die Emissionen im stationären Bereich um etwa 16 Prozent gesenkt werden. Gründe dafür sind vor allem:
- die Verbesserung des Emissionsfaktors im Bundesstrommix
- die Verbesserung des Emissionsfaktors der Sindelfinger Fernwärme
- der Umstieg von Heizöl auf Erdgas und Fernwärme
Grenzen der Treibhausgas-Bilanz
In einer wirtschaftsstarken Stadt wie Sindelfingen zeigt sich, dass die Treibhausgas-Bilanz nicht alle Klimaschutzaktivitäten und Maßnahmen vollständig abbilden kann. Viele angestoßene und geplante Maßnahmen wirken sich gar nicht oder erst zeitverzögert auf die Bilanz aus.
Dazu gehören unter anderem die Solaroffensive sowie das E-Lade-Konzept der Stadt. Der Grund: Die Berechnung der Emissionen basiert auf dem bundesweiten Strommix und einheitlichen Emissionsfaktoren für Fahrzeuge und bildet lokale Entwicklungen daher nur eingeschränkt ab.
Einfluss der Industrie auf die Bilanz
Ein großer Teil des Energieverbrauchs in Sindelfingen entfällt auf das verarbeitende Gewerbe. Rund 90 Prozent dieses Verbrauchs sind dem Werk der Mercedes-Benz Group AG zuzuordnen.
Gleichzeitig lässt sich nicht berücksichtigen, dass die Mercedes-Benz Group AG bereits seit 2022 in allen eigenen Werken bilanziell CO2-neutral produziert. Investitionen in Wind- oder Solarparks durch die Mercedes-Benz Group AG oder auch das städtische Tochterunternehmen Stadtwerke Sindelfingen GmbH finden in der Sindelfinger THG-Bilanz keine Berücksichtigung, weil nur die lokalen Emissionen berücksichtigt werden.

