Biotopverbundplanung
Baden-Württembergs Kulturlandschaft beherbergt rund 50.000 Tier- und Pflanzenarten. In den letzten Jahrzehnten ist die Artenvielfalt jedoch stark zurückgegangen – etwa 40 Prozent der Arten gelten heute als gefährdet. Eine wesentliche Ursache ist der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen, die für viele Arten zu klein und zu isoliert geworden sind.
Der Biotopverbund ist ein landesweites Netz miteinander verbundener Lebensräume im Offenland, darunter auch Schutzgebiete. Er besteht aus ökologisch wertvollen Kernflächen, in denen Arten leben und sich fortpflanzen können, sowie aus Trittsteinbiotopen, die als Zwischenstationen dienen. So wird es Tieren und Pflanzen ermöglicht, zu wandern, sich auszubreiten und auf Umweltveränderungen zu reagieren.
Grundlage für die Biotopverbundplanung ist § 21 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 auf 15 Prozent der Offenlandfläche einen funktionalen Biotopverbund zu schaffen. Ein Etappenziel wurde bereits erreicht: Bis 2023 wurden landesweit 10,9 Prozent der Offenlandfläche als Biotopverbundflächen ausgewiesen.
Seit 2019 unterstützt das Land Baden-Württemberg die Planung und Umsetzung des Biotopverbunds durch eine landesweite Initiative mit finanzieller Förderung. Biotopverbundbotschafterinnen und -botschafter koordinieren die Maßnahmen, vermitteln zwischen Beteiligten und begleiten die Umsetzung vor Ort.
Biotopverbundplanung in Sindelfingen
Ein zentraler Bestandteil der Biotopverbundplanung in Sindelfingen ist die Erarbeitung einer Pflege- und Maßnahmenkonzeption, die erst 2026 fertiggestellt wurde. Sie soll ein räumlich und funktional vernetztes Biotopsystem schaffen, das sowohl die Kernflächen und Suchräume des Offenlandes und der Gewässerlandschaften als auch deren Verbindungen berücksichtigt. Auch 117regionalspezifische Zielarten werden dabei einbezogen.
Zur Erarbeitung der Konzeption wurden unter anderem vegetationskundliche Erhebungen durchgeführt, um den aktuellen Zustand der Biotopverbundflächen zu prüfen. Auf Basis einer Status-quo-Analyse und dem Vergleich mit bisherigen Daten und Planungen werden Stärken und Defizite der Flächen identifiziert. Darauf aufbauend werden Maßnahmen zur Optimierung entwickelt.
Für die Umsetzung werden Schwerpunkträume definiert und Maßnahmensteckbriefe erstellt. Verschiedene Förder- und Umsetzungsmöglichkeiten unterstützen dabei, die Maßnahmen langfristig zu realisieren.