Streuobst
Die Streuobstbestände Baden-Württembergs sind das größte zusammenhängende Streuobstgebiet Europas. Hier kann man mehr als 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten und über 1.000 verschiedene Obstsorten finden. Zudem sind sie prägender Teil unserer Kulturlandschaft und Grundlage für ein vielfältiges Angebot an nachhaltigen und regionalen Produkten.
Deshalb ist es erklärtes Ziel der Landesregierung, die Streuobstwiesen im Land konsequent zu schützen. Ganz im Sinne des Leitmotivs „Schützen durch Nützen“ liegt das Hauptaugenmerk der Landesregierung beim Thema Streuobst darauf, die Bewirtschaftung und Pflege der Streuobstbäume zu honorieren, die Wertschöpfungskette zu optimieren und die Verbraucher und Verbraucherinnen zu sensibilisieren.
Um dies zu erreichen, wurde die Streuobstkonzeption des Landes überarbeitet und an die aktuellen Bedarfe des Streuobstbaus angepasst. Die Streuobstkonzeption 2030 wurde am 9. Juli 2024 durch das Kabinett verabschiedet.
Förderung von Streuobstwiesen in Sindelfingen
Förderung von Streuobstwiesen in Sindelfingen
Aus dieser herausragenden europäischen Bedeutung wächst eine große Verantwortung für die biologische Vielfalt dieses wichtigen Lebensraums. In Sindelfingen gibt es u.a. mit dem Gebiet „Birkle“ westlich von Darmsheim, dem „Hochberg“ südlich von Darmsheim, den Wiesen nördlich von Maichingen und den Bereichen auf dem „Herrenwäldleberg“ Streuobstwiesen, die über das Stadtgebiet hinaus große Bedeutung für gefährdete Tierarten haben. So kommen hier die in Baden-Württemberg gefährdeten Vogelarten Halsbandschnäpper und Wendehals zum Teil in noch guten Brutbeständen vor. Voraussetzung dafür ist, dass die Wiesen durch - in der Regel - zweimalige Mahd gepflegt und die Bäume geschnitten werden. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis von jungen und vitalen Bäumen (durch Nachpflanzungen) und abgängigen bzw. toten Bäumen.
Die Stadt Sindelfingen fördert die Streuobstkultur durch:
- die Pflege und extensive Unterhaltung der eigenen Obstwiesen
- die jährliche Veranstaltung von kostenlosen Obstbaumschnittkursen
- die Förderung der Veranstaltungen des „Grünen Klassenzimmers“ durch die Streuobstpädagoginnen in den Grundschulen
- die Gewährung eines Zuschusses von 70 Euro (50 Euro Stadt Sindelfingen, 20 Euro Landkreis Böblingen) bei der Anpflanzung von großkronigen Streuobstbäumen auf der Gemarkung Sindelfingen (Antrag siehe Weiterführende Informationen)
- freie Ernte der mit einem gelben Band markierten städtischen Obstbäume.
Freie Ernte von Streuobst in Sindelfingen
Freie Ernte von Streuobst in Sindelfingen
Jedes Jahr gibt es eine separate Pressemeldung mit den aktuellen Ernteflächen in Sindelfingen. In den folgenden Bereichen werden oft Obstbäume mit gelbem Band zur freien Ernte markiert:
- Maichingen: Eich, K 1064/Regenrückhaltebecken.
- Sindelfingen: Herrenwäldle; Calwer Bogen; Schafweide; verlängerte Lindenstraße, Grünzug Königsknoll.
- Darmsheim: Birnenreihe Molte; Festhütte Löchle, Friedhof Darmsheim Grabbereiche, Eisengraben; Schwipperadweg, Grünzug Neuhauer Weg.
Bitte beachten Sie:
- Erntebäume der Stadt Sindelfingen sind immer mit einem gelben Band markiert.
- Das reife Obst von bis zu drei gelb markierten Bäumen darf für den persönlichen Gebrauch auf eigene Gefahr unentgeltlich geerntet werden.
- Der Baum darf bei der Ernte nicht bestiegen oder beschädigt werden, eine Haftung ist ausgeschlossen.
- Auf beweideten Flächen muss das Ende der Beweidung abgewartet werden.
- Unmarkierte Bäume dürfen nicht abgeerntet werden.
Grünes Klassenzimmer & Streuobstpädagogik
Grünes Klassenzimmer & Streuobstpädagogik
Grünes Klassenzimmer auf dem Herrenwäldlesberg
Das Streuobsthäusle als grünes Klassenzimmer entstand aus einer Idee des Arbeitskreises Streuobst, der von der Stadt 2011 eingerichtet wurde. Es dient seit 2014 als zentrale Anlaufstelle um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die wichtigen ökologischen Funktionen der Streuobstwiesen und der heimischen Kulturlandschaft nahe zu bringen. Das Sindelfinger Streuobsthäusle ist die Außenstelle des N.E.S. und steht für die Nutzung als "Grünes Klassenzimmer" zur Verfügung, um witterungsunabhängig Natur erlebbar zu machen.
Die Hütte ist mit mehreren Mikroskopen sowie Arbeits- und Anschauungsmaterial ausgestattet, um den Unterricht im nahen Umfeld oder unter dem Vordach durchführen zu können. Auch naturkundlich gestaltete Kindergeburtstage durch das Vogelzentrum können hier stattfinden. Anderen Akteuren, wie z.B. den Streuobstpädagogen oder den Heckengäu-NaturführerInnen steht das Streuobsthäusle als Veranstaltungsort ebenfalls zur Verfügung.
Der Streuobstanbau ist kulturhistorisch bedingt sehr eng mit der Imkerei und dem Thema Honigbienen verknüpft. Durch die Platzierung von Bienenvölkern in der Nähe und Schautafeln wird ein Einblick in die Lebensweise von Bienenvölkern vermittelt. Zusätzlich kann Schulklassen ein Blick in die Bienenkästen ermöglicht werden.
Förderung Streuobstpädagogik in Sindelfingen
Die Böblinger Streuobstschule bietet seit 2011 die Weiterbildung zum/zur Streuobst-Pädagogen/-in an. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis wurden bis 2014 circa 80 Personen ausgebildet.
Streuobstprogramme können als Module oder Jahresprogramm für Kindergärten und Schulen angeboten werden. Das Jahresprogramm umfasst 24 Unterrichtseinheiten in 11 Terminen. Dabei werden alle Arbeiten erlebt, die das ganze Jahr auf einer Streuobstwiese stattfinden, vom Pflanzen eines Baumes bis hin zur Ernte. Außerdem lernen die Kinder Tiere und Pflanzen mit ihren Wechselbeziehungen kennen.
Einzelne Module können sein:
- Einführung Streuobstwiese
- Obst in der Ernährung
- Obstarten und –sorten
- Obsternte und –verwertung
- Obstbaum pflanzen
- Baumschnitt
- Honigbienen und Imkerei
- Insekten und Kleintiere beobachten
Der Landkreis Böblingen fördert das Streuobstprogramm für Grundschulen. Die Stadt Sindelfingen fördert darüber hinaus deren Engagement durch die zusätzliche Erstattung von 75 % des Eigenanteils. Den Antrag auf Gewährung eines Zuschusses durch die Stadt Sindelfingen für die Durchführung eines Streuobstpädagogik Programms finden Sie hier. Nicht vom Landkreis förderfähige Streuobstprojekte an Kindergärten und Schulen können mit 75 % gefördert werden.
Bei Fragen zum Angebot und zu Programmen wenden Sie sich an die Streuobstpädagogen. Bei Fragen zur Förderung wenden Sie ich an Frau Weber von der Abteilung Umweltschutz und Landschaftsplanung des Amts für Grün und Umwelt (Kontakt siehe oben).
In Sindelfingen werden bereits mehrere Kita- und Schulprojekte durchgeführt. Z. B. läuft seit mehreren Jahren ein Streuobst-Projekt an der Goldberg Grund- und Werkrealschule mit Pflanzungen auf dem Herrenwäldlesberg/Burghalde. Die Schüler ernten das Obst und lassen Saft in Bag in Box abfüllen. Dieser wir bei Schulfesten etc. für ein soziales Projekt verkauft.




