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Sanieren – Tipps, Leitfaden & individueller Fahrplan

Kontakt

Mai Shahda
Vaihinger Straße 11
Raum 2.13
Telefonnummer: 07031 94-705
E-Mail schreiben

Die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein wichtiger Schritt, um Energie zu sparen, Kosten zu senken und den Wohnkomfort zu erhöhen. Sie trägt gleichzeitig dazu bei, den Klimaschutz voranzubringen und die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren.

In Sindelfingen besteht dabei ein großer Handlungsbedarf: Viele Gebäude sind energetisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Umso wichtiger ist es, Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Umsetzung zu unterstützen.

Warum ist Sanierung so wichtig?

In Sindelfingen sind über 15.000 Heizungsanlagen im Einsatz – viele davon älter als 20 oder 30 Jahre und damit ineffizient sowie teuer im Betrieb. Rund 70 % der Gebäude werden noch mit fossilen Energieträgern wie Gas oder Öl beheizt. Das führt zu hohen Energiekosten und vermeidbaren CO₂-Emissionen.

Gleichzeitig steigt der Druck: Energiepreise und CO₂-Kosten nehmen weiter zu, und gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz bzw. voraussichtlich bald Gebäudemodernisierungsgesetz setzen klare Anforderungen an mehr Energieeffizienz. Auch die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine hat gezeigt, wie kritisch die geopolitische Abhängigkeit von Gas und Öl ist und wie wichtig eine unabhängige und sichere Energieversorgung wäre.

Ziel der Stadt Sindelfingen ist es daher, den Wärmebedarf deutlich zu senken, die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren und den Anteil klimafreundlicher Wärme weiter auszubauen. Dies gelingt vor allem durch energetische Sanierungen und den Einsatz effizienter Gebäudetechnik.

Ihr Weg zur Sanierung – Unterstützung für Eigentümerinnen und Eigentümer

Eine energetische Sanierung kann Schritt für Schritt oder als Gesamtmaßnahme umgesetzt werden. Damit Sie die richtigen Entscheidungen treffen, stehen Ihnen verschiedene Beratungs- und Informationsangebote zur Verfügung.

Sanierungsleitfaden

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg stellt im Rahmen des Programms „Zukunft Altbau“ einen Sanierungsleitfaden für Sie bereit. Dieser wird regelmäßig fortgeschrieben und an die aktuellen Bedingungen angepasst. Mit dem Sanierungsleitfaden erhalten Sie Unterstützung für den optimalen Ablauf der Sanierung.

Der Sanierungsleitfaden ist eine umfangreiche Broschüre, die alle relevanten Informationen zur energetischen Sanierung bündelt. Daneben geht es auch um Themen wie Barrierefreiheit, Schallschutz, Gesundheit und Umweltwirkungen. Der Leitfaden führt in zehn Schritten durch den optimalen Sanierungsprozess.

Gebäudesteckbriefe - konkrete Orientierung für Ihre Sanierung

Im Rahmen des energetischen Quartierskonzepts Hinterweil in Sindelfingen wurden vier sogenannte Gebäudesteckbriefe entwickelt. Diese bieten eine praxisnahe Orientierung für typische Gebäudearten – sowohl im Quartier Hinterweil als auch im gesamten Stadtgebiet. Sie zeigen auf:

  • geeignete Sanierungsmaßnahmen
  • mögliche Einsparungen beim Energieverbrauch
  • passende Förderprogramme
  • Empfehlungen für den Einsatz erneuerbarer Energien

So erhalten Sie eine erste Einschätzung, welche Maßnahmen für Ihr Gebäude sinnvoll sein können und wie Sie Ihre Sanierung strukturiert angehen können. Weitere Informationen finden Sie in den Gebäudesteckbriefen (PDF-Dokument, 727,90 KB).

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Als konkretes Instrument für die Sanierung eignet sich häufig ein sogenannter individueller Sanierungsfahrplan (iSFP). Mit diesem erhalten Sie eine spezielle Energieberatung, mit der Sie die Sanierung Ihres Hauses passend für Ihre Bedürfnisse, stufenweise oder auch komplett, umsetzen können. Die Erstellung des iSFP wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) gefördert.
Sinn des Fahrplans ist es, nicht nur energetisch, sondern auch finanziell optimale Lösungen auszuarbeiten, so dass unter dem Strich eine klare Kostenersparnis für Verbraucherinnen und Verbraucher angestrebt wird. So sollen von vornherein mögliche künftige Zusatzkosten vermieden werden, die durch eine falsche Reihenfolge oder Herangehensweise entstehen können.

Ausführliche Informationen zum iSFP finden Sie hier

Beratung

Sanieren im Schnellformat – der Sanierungssprint

Der Sanierungssprint ist ein innovatives Konzept zur schnellen und strukturierten energetischen Sanierung von Wohngebäuden. Ziel ist es, ein Ein- oder Zweifamilienhaus innerhalb von rund 22 Werktagen umfassend zu modernisieren.

Dabei werden alle Maßnahmen – wie Dämmung von Dach, Fassade und Keller, der Austausch von Fenstern sowie die Erneuerung der Heiztechnik – präzise geplant und eng aufeinander abgestimmt. Auch der Einsatz erneuerbarer Energien wie Wärmepumpe oder Photovoltaik kann integriert werden

Der zentrale Ansatz ist eine durchgängige Koordination aller Gewerke, sodass Arbeiten parallel und ohne unnötige Unterbrechungen durchgeführt werden können. Ein detaillierter Bauzeitenplan sorgt dafür, dass der gesamte Ablauf effizient gesteuert wird.

Das Ergebnis: deutlich kürzere Bauzeiten, eine bessere Planbarkeit der Sanierung und ein schnellerer Weg zu einem energieeffizienten Gebäude.

Der Sanierungssprint eignet sich vor allem für Ein- und Zweifamilienhäuser und bietet Eigentümerinnen und Eigentümern eine strukturierte Möglichkeit, umfassende energetische Sanierungen in kurzer Zeit umzusetzen.

Medienberichte Der Sanierungssprint zeigt, dass schnelle Sanierungen in der Praxis möglich sind:

Sanierung in Rekordzeit: Esslinger Altbau in 21 Tagen modernisiert - SWR Aktuell

Turbo-Sanierung in Bad Cannstatt: Haus in Stuttgart in einem Monat saniert – das geht - Stuttgart

Serielles Sanieren – Die Zukunft der energieeffizienten Gebäudemodernisierung

Die serielle Sanierung revolutioniert die energetische Modernisierung von Bestandsgebäuden. Durch den Einsatz industriell vorgefertigter Bauelemente können Gebäude deutlich schneller, effizienter und planbarer saniert werden als mit herkömmlichen Methoden. Fassaden- und Dachelemente werden dabei passgenau im Werk produziert und vor Ort innerhalb kürzester Zeit montiert.

Ziel dieses Ansatzes ist es, Bestandsgebäude auf einen hohen Energiestandard – bis hin zur Klimaneutralität – zu bringen, und das bei reduzierten Bauzeiten, kalkulierbaren Kosten und minimaler Beeinträchtigung für die Bewohner.

Im Mittelpunkt steht die Standardisierung und Digitalisierung der Sanierungsprozesse. Mithilfe moderner Technologien wie dem Building Information Modeling (BIM) und 3D-Scan-Verfahren werden Gebäude präzise erfasst und individuelle Bauelemente effizient vorgefertigt.

Wie funktioniert serielle Sanierung?

  • Digitale Erfassung des Gebäudes (z.B. 3D-Scan)
  • Industrielle Vorfertigung von Fassaden- und Dachelementen inklusive Dämmung, Fenstern und ggf. Haustechnik
  • Schnelle Montage vor Ort – oft innerhalb weniger Tage
  • Integration erneuerbarer Energien wie Photovoltaik oder Wärmepumpen

Das Energiesprong-Prinzip

Die serielle Sanierung basiert auf dem internationalen Konzept Energiesprong, das ursprünglich in den Niederlanden entwickelt wurde.

  • Kombination aus industrieller Vorfertigung und digitaler Planung
  • Sanierung von Gebäuden in wenigen Wochen
  • Ziel: klimaneutrale bzw. NetZero-Gebäude
  • Einsatz integrierter Systeme wie Fassadenelemente, PV-Dächer und Energiemodule

Energiesprong vernetzt Bauunternehmen, Planer und Hersteller, um standardisierte und skalierbare Lösungen für die Gebäudesanierung zu etablieren.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) erläutert das Konzept der seriellen Sanierung ausführlich im Leitfaden Serielles Sanieren

Weitere Informationen und Förderung

Detaillierte Informationen zum Konzept bietet die Deutsche Energie-Agentur (dena), die das Thema serielle Sanierung in Deutschland maßgeblich vorantreibt.

Zudem unterstützt die KfW die Umsetzung durch attraktive Förderprogramme, darunter spezielle Boni (Serielles Sanieren - der neue Bonus für Fassaden) für serielle Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).  

Sanierungsgalerie

Möchten Sie mehr über erfolgreiche Sanierungen erfahren? Die Sanierungsgalerie von Zukunft Altbau zeigt echte Wohngebäude, die energetisch modernisiert wurden.

Anhand konkreter Beispiele wird deutlich, wie Dämmung, moderne Heiztechnik oder erneuerbare Energien in der Praxis umgesetzt wurden und welchen Unterschied das für Energieverbrauch, Kosten und Wohnkomfort macht.

Die Galerie bietet damit einfache und anschauliche Orientierung für alle, die selbst eine Sanierung planen oder sich inspirieren lassen möchten.

Beispiele aus der Praxis in Sindelfingen

Haben Sie Interesse, Ihre persönliche und motivierende Geschichte rund um Sanierung, Modernisierung oder die Nutzung erneuerbarer Energien öffentlich zu teilen?

Wir freuen uns darauf, Sie zu besuchen und Ihre Erfahrungen in Form eines kurzen Films zu dokumentieren und zu veröffentlichen.

Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail mit dem Betreff „Spannende Energiewende-Geschichte“

Gesetze für Heizung, Dämmung, Sanierung

Wichtige rechtliche Grundlagen für Heizung, Dämmung und energetische Sanierung sind im Gebäudeenergiegesetz geregelt. Es legt unter anderem fest, welche Anforderungen an Energieeffizienz, Heiztechnik und Gebäudestandard gelten – sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen im Bestand.

Darüber hinaus ergeben sich weitere Rahmenbedingungen aus Bundes- und Landesregelungen, die kontinuierlich weiterentwickelt werden, um den Energieverbrauch von Gebäuden schrittweise zu reduzieren und den Umstieg auf klimafreundliche Technologien zu fördern.

Informationen zum Rechtlichen Rahmen bei der Sanierung finden Sie bei Zukunft Altbau.

Klimasparplan – Schritt für Schritt Energie und Kosten sparen

Möchten Sie einfach und konkret Energie sparen – ohne gleich Ihr ganzes Haus umzubauen? Der Klimasparplan bietet praktische Tipps und leicht umsetzbare Maßnahmen für den Alltag. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Dabei geht es nicht nur um große Sanierungsmaßnahmen, sondern auch um viele kleine Schritte, die zusammen eine große Wirkung haben können – zum Beispiel beim Heizen, Stromverbrauch oder Warmwasser.

Der Vorteil: Sie können direkt starten und Schritt für Schritt Verbesserungen umsetzen – angepasst an Ihre persönliche Situation.

So wird Klimaschutz einfach, verständlich und alltagstauglich.

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