Vielfältiges Sindelfingen
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog ist ein unabhängiges und überparteiliches Gremium, das ehrenamtlich arbeitet. Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog setzt sich engagiert für eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein und fördert das Zusammenleben aller in der Stadt Sindelfingen lebenden Menschen.
Hier gelangen Sie zur Satzung (PDF-Dokument, 28,04 KB) des Rates für Vielfalt, Teilhabe und Dialog der Stadt Sindelfingen.
Weitere Informationen
Das Themenfeld Vielfalt und Diversität ist mit vielen verschiedenen Fachwörtern verbunden. An dieser Stelle wird auf den Diversity-Glossar der Universität Bonn verwiesen. In diesem Glossar werden wichtige Begriffe zu dem Themenfeld zusammengefasst und erklärt.
Welche Aufgaben hat der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog?
Welche Aufgaben hat der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog?
Der Rat beschäftigt sich mit Fragen und Handlungsfeldern, welche die Gestaltung des Zusammenlebens in einer vielfältigen Gesellschaft und insbesondere der Teilhabe von Eingewanderten sowie ihrer direkten Nachkommen, von Menschen mit Behinderung und Menschen aus der LSBTQ+-Community betreffen. Seine Aufgabe ist darüber hinaus, die Verwaltung und die Politik zu diesen Themen zu beraten.Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog soll mindestens einmal im Jahresquartal tagen und aus Menschen bestehen, die sich mit Ausdauer und Gestaltungswillen im Gremium einbringen wollen. Mit dieser Beteiligungsform werden aktive Beiträge zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Miteinanders möglich. Mit Handlungsempfehlungen, Stellungnahmen und Öffentlichkeitsarbeit kann der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog mitgestalten. Die Entscheidungsprozesse können so in die Breite der Stadtgesellschaft wirken und Teilhabechancen stärken. Eine gute Vereinbarkeit des Ehrenamtes mit den eigenen Lebensrealitäten wie beispielsweise Beruf, Familie oder Hobbies ist wichtig und wird aktiv unterstützt.
Welche Handlungsfelder gibt es im Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog?
Welche Handlungsfelder gibt es im Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog?
- Willkommenskultur
Das Handlungsfeld Willkommenskultur orientiert sich an den Bedarfen von Menschen, die nach Sindelfingen migrieren – unabhängig vom Grund des Zuzugs, der Nationalitäten, dem Aufenthaltsstatus oder der Bleibeperspektive. - Teilhabe und Dialog
Die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ist ein wesentliches Element für ein gutes Miteinander. Hierzu zählt die strukturelle Teilhabe in Form des Zugangs zu Wohnen, Arbeit und Bildung ebenso wie die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben sowie den Dialog darüber. - Bildungskarrieren
Arbeit ist eine der zentralen Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und die Entwicklung eines Gefühls als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Für einen guten Einstieg in den Arbeitsmarkt und für den beruflichen Erfolg ist Bildung ein wichtiger Schlüssel. - Menschenrechte vor Ort
Sindelfingen hat einen guten Zugang zur internationalen Verständigung und sieht sich den Menschenrechten in besonderem Maße verpflichtet. Den damit verbundenen Transfer für gesellschaftliches Handeln gilt es, vor Ort zu pflegen und im Bewusstsein zu halten. - Barrierefreiheit
Der Abbau von Barrieren ist für die Teilhabe ein wesentliches Element. Dies gilt sowohl für die sichtbaren, als auch für die nicht sichtbaren Barrieren und sollte stetig im Diskurs gehalten werden. - Inklusion
Im Sinne einer inklusiven Gesellschaft soll der Blick auf die Bedarfe sowohl einzelner, als auch unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen gelegt und bestmöglich bedient werden. - LSBTQ+
LSBTQ+ ist eine Abkürzung für Menschen, die wegen ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Identität benachteiligt werden. Die Buchstaben stehen für Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer. Das ‚+‘ steht für Vielfalt und kann weitere Identitäten einschließen.Eine vielfältige Gesellschaft zeichnet sich durch die Anerkenntnis unterschiedlicher Bedarfe und Lebensrealitäten aus.
Welches Leitbild hat der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog?
Welches Leitbild hat der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog?
Präambel
Dieses Leitbild soll das gemeinsame Verständnis des Rats für Vielfalt, Teilhabe und Dialog festhalten und eine gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen.
Wer wir sind
Wir sind Menschen, die in Sindelfingen leben und wirken. Wir setzen unsere unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und Kompetenzen ein, um auf eine gleichberechtigt vielfältige Sindelfinger Stadtgesellschaft hinzuwirken. Als vom Gemeinderat gewähltes Gremium beraten wir Verwaltung und Politik zu Fragen des Zusammenlebens in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Dabei machen wir Stimmen sichtbar, die in den Organen der Stadt nicht immer ausreichend repräsentiert sind.
Wir glauben an Veränderungen und neue Perspektiven. Vorurteile versuchen wir abzubauen, indem wir sie sichtbar machen und neue Erfahrungen ermöglichen.
Was wir tun
Basierend auf den Expertisen der einzelen Ratsmitgliedern diskutieren wir im Rat, um Vorschläge zum gleichberechtigten Zusammenleben für alle in Sindelfingen lebenden Menschen zu machen. Diese Diskussionen sollen als Ergebniss eine Beratung für Verwaltung und Politik zu den Themen Vielfalt, Teilhabe und Dialog bieten. Wir beraten dabei auf Anfrage oder bieten Beratung im Rahmen unsere Satzung an. Wir orientieren uns in der Beratung an der freiheitlich demokratischen Grundordnung und des humanistischen Menschenbildes. Wir fassen nach einer Diskussion einen gemeinsamen Beschluss, welcher an die relevanten Akteure weitergegeben wird.
Nach welchen Werten handeln wir
Wir möchte in unserer gemeinsamen Arbeit solidarisch und offen sein. Solidarität bedeutet für uns, dass wir uns für Themen und Menschen einsetzen, auch wenn es einen selbst nicht direkt betrifft. Marginalisierte Gruppen und Diskriminierungserfahrungen werden anerkannt. Wir akzeptieren, dass alle Menschen Vorurteile haben, da Vorurteile ein Teil der Gesellschaft sind. Nicht die Existenz von Vorurteilen ist bedenklich, sondern das unreflektierte Handeln danach.
Offenheit bedeutet für uns, dass wir andere bewusst wahrnehmen und stets gegenseitigen Respekt walten lassen. Wir wollen eine gleichberechtige und wertschätzende Kommunikation sowie ein aktives Zuhören praktizieren.
Vielfalt
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog versteht Vielfalt als Anerkennung von Unterschieden in der Sindelfinger Stadtgesellschaft, aber auch das Hervorheben von Gemeinsamkeiten. Vielfalt hat viele Dimension wie Alter, Migrationsgeschichte und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und soziale Herkunft. Der Rat begreift Vielfalt als Bereicherung und Impulsgeber für eine erfolgreiche und innovative Entwicklung der Stadtgesellschaft in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Kultur und Soziales. Gelebte Vielfalt setzt die Bereitschaft aller für Veränderungen voraus. Durch Interaktion der vielfältigen Gruppen wird der Zusammenhalt und die Teilhabe in der Gesellschaft gestärkt. Die Zusammenarbeit darf nicht zu Gleichförmigkeit führen, Vielfalt muss vielmehr sichtbar bleiben.Der Rat sieht seine Aufgabe darin, Vorschläge auszuarbeiten und Impulse zu setzen, um Vielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen sichtbar und lebendig zu machen. Der Rat will dazu beitragen, Vielfalt als Normalität zu begreifen,die ein Miteinander und nicht ein Nebeneinander anstrebt.
Teilhabe
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog versteht Teilhabe als das Recht und die Möglichkeit aller Menschen, gleichberechtigt, selbstbestimmt und eigenverantwortlich am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen und es mitzugestalten. Die Befähigung zur Teilhabe schafft ein Zugehörigkeitsgefühl und ein gleichberechtigtes Miteinander unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, sexuelle Identität, Einkommen oder einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung.
Der Rat sieht seine Aufgabe darin, Vorschläge auszuarbeiten und Impulse zu setzen, wo Teilhabe nicht gegeben ist oder ergänzt werden muss. Der Rat möchte Bewusstsein und Sensibilisierung für Teilhabe schaffen sowie Politik und Verwaltung aktiv darin unterstützen, die Teilhabe möglichst aller zu realisieren.
Dialog
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog versteht Dialog als notwendigen Austausch zwischen verschiedenen Gruppen mit dem Ziel, Polarisierung zu überwinden, Verständnis für das Gegenüber zu entwickeln, das Miteinander zu stärken und Vorurteile abzubauen. Dialog setzt die Bereitschaft voraus, dem jeweiligen Gegenüber zuzuhören und eigene Positionen zu überdenken. Er ist ein Werkzeug, um Brücken zu bauen, faire Kompromisse zu erzielen oder Spannungen und Missverständnisse abzubauen. Ein kontinuierlicher, offener und konstruktiver Austausch zwischen verschiedenen Gruppen ist ein Beitrag zu einer friedvollen Stadtgesellschaft. Er muss nicht notwendigerweise zu einem Ergebnis führen, aber sollte stets wertschätzend und ohne persönliche Anfeindungen erfolgen. Der Rat sieht seine Aufgabe darin, Vorschläge auszuarbeiten und Impulse zu setzen, wo Dialog zu einem besseren gegenseitigen Verständnis führen und Konflikte abbauen kann und wo durch Dialog gemeinsame Lösungen gefunden werden können.
Unsere Ziele
Wir wollen in einer Stadt leben, in der Vielfalt sichtbar gelebt wird, Teilhabe für alle möglich ist und Dialog, Respekt und gegenseitige Wertschätzung das gesellschaftliche Miteinander prägen. Darauf wollen wir in unserer Arbeit im Rat hinwirken. Wir wollen ein anerkannter und fester Ansprechpartner für Fragen des Zusammenlebens in einer vielfältigen Gesellschaft für Verwaltung und Politik sein und auch als solcher wahrgenommen werden. Vielfalt, Teilhabe und Dialog sollen ein fester Bestandteil aller zukünftiger Projekte sein. Alle Akteure bekennen sich zu Vielfalt, Teilhabe und Dialog als gesellschaftliche Notwendigkeit. Vielfalt, Teilhabe und Dialog sollen in der jeweiligen Ausprägung in allen Bevölkerungsgruppen eine starke Bedeutung haben. Wir wollen mit unserer Arbeit das Fundament für die nächsten Generationen des Rats für Vielfalt, Teilhabe und Dialog legen. Wir wollen ein positives Beispiel sein, so dass das Projekt auch außerhalb von Sindelfingen Beachtung findet und als Impulsgeber für andere Städte dient.
