Gut vorbereitet durch heiße Tage
Hitzeperioden treten auch in Deutschland immer häufiger auf. Hohe Temperaturen über mehrere Tage hinweg können den Körper stark belasten und zu gesundheitlichen Problemen führen. Besonders ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Menschen mit Vorerkrankungen sind gefährdet.
Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie sich selbst und andere wirksam schützen. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen rund um das Thema Hitzeschutz.
Sofort den Notruf 112 wählen
Verständigen Sie den Rettungsdienst, wenn eine Person nach großer Hitze:
- bewusstlos oder nicht ansprechbar ist
- verwirrt oder orientierungslos wirkt
- einen Krampfanfall erleidet
- einen Kreislaufzusammenbruch hat oder
- Anzeichen eines Hitzschlags zeigt (z. B. sehr heiße Haut und Bewusstseinsstörungen)
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes: Person an einen kühlen Ort bringen, Kleidung lockern und den Körper kühlen.
Wer ist besonders gefährdet?
Wer ist besonders gefährdet?
Grundsätzlich kann Hitze jeden Menschen belasten. Einige Personengruppen reagieren jedoch deutlich empfindlicher auf hohe Temperaturen und benötigen besondere Aufmerksamkeit.
Zu den besonders gefährdeten Personen gehören:
- ältere Menschen, da das Durstgefühl häufig nachlässt und der Körper Wärme schlechter regulieren kann.
- Säuglinge und Kleinkinder, deren Körpertemperatur schneller ansteigt.
- Schwangere, da Herz und Kreislauf stärker belastet werden.
- Menschen mit Herz-Kreislauf-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen.
- Menschen mit Behinderungen oder Pflegebedarf.
- Alleinlebende Personen, die im Notfall häufig keine Unterstützung erhalten.
- Menschen, die körperlich im Freien arbeiten oder Sport treiben.
Tipp: Achten Sie während heißer Tage besonders auf Angehörige, Nachbarn oder Bekannte. Ein kurzer Anruf oder ein Besuch kann helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
So schützen Sie sich vor Hitze
So schützen Sie sich vor Hitze
Ausreichend trinken
An heißen Tagen verliert der Körper durch das Schwitzen deutlich mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. Dieser Verlust muss regelmäßig ausgeglichen werden.
Trinken Sie möglichst über den gesamten Tag verteilt Wasser oder ungesüßten Tee. Warten Sie nicht erst auf das Durstgefühl, da dieses insbesondere bei älteren Menschen oft zu spät einsetzt.
Vermeiden Sie möglichst größere Mengen Alkohol sowie stark zuckerhaltige Getränke.
Menschen mit bestimmten Erkrankungen, beispielsweise einer Herz- oder Nierenerkrankung, sollten die empfohlene Trinkmenge mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt abstimmen.
Wohnung und Innenräume kühl halten
Bereits wenige Grad weniger Raumtemperatur können den Körper deutlich entlasten.
Lüften Sie Ihre Wohnung möglichst früh morgens oder während der Nacht. Halten Sie tagsüber Fenster geschlossen und schließen Sie Rollläden oder Jalousien auf der Sonnenseite.
Elektrische Geräte erzeugen zusätzliche Wärme. Schalten Sie diese aus, wenn sie nicht benötigt werden.
Wenn die Wohnung sehr warm wird, können auch öffentliche, klimatisierte Gebäude – beispielsweise Bibliotheken oder andere öffentliche Einrichtungen – eine angenehme Abkühlung bieten.
Direkte Hitze vermeiden
Verlegen Sie körperliche Aktivitäten möglichst auf die frühen Morgen- oder Abendstunden.
Zwischen etwa 11 und 18 Uhr sollte körperliche Anstrengung möglichst vermieden werden. Planen Sie Einkäufe oder Spaziergänge möglichst außerhalb der heißesten Tageszeit.
Wenn Sie sich im Freien aufhalten, bevorzugen Sie schattige Wege und legen Sie regelmäßig Pausen ein.
Geeignete Kleidung und Sonnenschutz
Tragen Sie möglichst helle, leichte und luftdurchlässige Kleidung.
Eine Kopfbedeckung schützt zusätzlich vor direkter Sonneneinstrahlung. Bei längeren Aufenthalten im Freien sollten außerdem Sonnencreme und gegebenenfalls eine Sonnenbrille verwendet werden.
Leichte Ernährung
Schwere und fettreiche Mahlzeiten belasten den Körper zusätzlich.
Empfehlenswert sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, beispielsweise Obst, Gemüse, Salate oder andere leicht verdauliche Speisen.
Achten Sie auf andere Menschen
Hitze ist nicht nur ein persönliches Gesundheitsrisiko – sie betrifft auch das soziale Umfeld.
Viele ältere oder pflegebedürftige Menschen bemerken selbst nicht, dass sie zu wenig trinken oder gesundheitliche Probleme entwickeln.
Fragen Sie daher insbesondere an heißen Tagen:
- Haben Sie heute schon ausreichend getrunken?
- Ist Ihre Wohnung angenehm kühl?
- Benötigen Sie Unterstützung beim Einkaufen?
- Fühlen Sie sich wohl?
Bereits wenige Minuten Aufmerksamkeit können dazu beitragen, gesundheitliche Notfälle zu verhindern.
Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze
Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze
Hitzekrämpfe
Was ist das?
Hitzekrämpfe entstehen durch einen hohen Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten (Mineralstoffen), meist infolge starken Schwitzens bei körperlicher Belastung.
Typische Symptome
- schmerzhafte Muskelkrämpfe (häufig in Beinen, Armen oder Bauch)
- starkes Schwitzen
- Durst
Was ist zu tun?
- Körperliche Belastung sofort beenden.
- Einen kühlen oder schattigen Ort aufsuchen.
- Wasser trinken und – sofern möglich – Elektrolyte ersetzen.
- Erst weiterarbeiten oder Sport treiben, wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind.
Wann sollte der Rettungsdienst verständigt werden?
Wenn die Krämpfe trotz Ruhe und Flüssigkeitszufuhr länger anhalten oder wiederholt auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Sonnenstich
Was ist das?
Ein Sonnenstich entsteht durch intensive Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken. Dabei werden die Hirnhäute gereizt. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit wenig Kopfhaar.
Typische Symptome
- starke Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit oder Erbrechen
- geröteter, heißer Kopf
- Nackenschmerzen oder Nackensteifigkeit
- Lichtempfindlichkeit
Was ist zu tun?
- Sofort aus der Sonne gehen.
- Oberkörper leicht erhöht lagern.
- Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern kühlen.
- Ausreichend trinken, sofern die Person bei Bewusstsein ist.
- Ruhe einhalten.
Wann sollte der Rettungsdienst verständigt werden?
Bei Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, starker Benommenheit oder wenn sich der Zustand rasch verschlechtert, wählen Sie den Notruf 112.
Hitzeerschöpfung
Was ist das?
Eine Hitzeerschöpfung entsteht durch den Verlust großer Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten. Der Kreislauf gerät aus dem Gleichgewicht, die Körpertemperatur ist jedoch meist normal oder nur leicht erhöht.
Typische Symptome
- starker Durst
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- starke Müdigkeit oder Schwäche
- schneller, schwacher Puls
- blasse, kühle oder feuchte Haut
Was ist zu tun?
- Betroffene Person an einen kühlen Ort bringen.
- Enge Kleidung lockern.
- Langsam Wasser trinken lassen, sofern die Person bei Bewusstsein ist.
- Körper mit feuchten Tüchern oder einem Ventilator kühlen.
- Betroffene beobachten und ausruhen lassen.
Wann sollte der Rettungsdienst verständigt werden?
Wenn sich der Zustand trotz der Maßnahmen nicht rasch bessert, die Person bewusstseinseingetrübt ist, kollabiert oder nicht ausreichend trinken kann, sollte der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden. Der Übergang zum Hitzschlag kann fließend sein.
Hitzschlag
Was ist das?
Ein Hitzschlag ist die schwerste Form einer Hitzeerkrankung. Der Körper kann seine Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren. Die Körperkerntemperatur steigt meist auf über 40 °C an. Ohne schnelle Behandlung kann ein Hitzschlag zu schweren Organschäden oder zum Tod führen.
Typische Symptome
- sehr heiße Haut (trocken oder auch feucht)
- Körpertemperatur meist über 40 °C
- Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit
- Sprachstörungen
- Krampfanfälle
- Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit
Was ist zu tun?
- Sofort den Notruf 112 wählen.
- Betroffene Person an einen kühlen Ort bringen.
- Kleidung lockern.
- Körper aktiv kühlen (feuchte Tücher, Luftzufuhr).
- Bewusstlose in die stabile Seitenlage bringen.
- Nur wache und ansprechbare Personen vorsichtig trinken lassen.
Wann sollte der Rettungsdienst verständigt werden?
Immer. Ein Hitzschlag ist ein akuter medizinischer Notfall und muss umgehend rettungsdienstlich und ärztlich behandelt werden.