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Öffentliche Führung
Erstelldatum31.07.2026
durch die Ausstellung „online since 1996“
Die Galerie Stadt Sindelfingen lädt am Samstag, 8. August 2026, um 15 Uhr zu einer öffentlichen Führung durch die Ausstellung online since 1996 der Netzkunst-Pionierin Olia Lialina ein. Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus den vergangenen 30 Jahren und bietet einen umfassenden Einblick in das Werk der Net Art-Künstlerin, die die Entwicklung der Net Art maßgeblich geprägt hat.
Die Führung übernimmt die kuratorische Assistentin der Galerie, Roberta Čebatavičiūtė. Sie wird den Teilnehmenden die Werke der Künstlerin näherbringen und steht den Besucherinnen und Besuchern für Fragen zur Verfügung.
Der Eintritt in die Galerie sowie die Teilnahme an der Führung sind kostenfrei.
Olia Lialina: Pionierin der Netzkunst
Als Teil der ersten Generation von Net Art Künstlerinnen und Künstlern, nutzte Lialina von Beginn an die technischen Komponenten des Internets, um browserbasierte Arbeiten zu schaffen, die maßgeblich zur Etablierung eines vollkommen neuen künstlerischen Mediums und einer neuen Immaterialität in der Kunst beitrugen. Schon früh erforschte sie sowohl dessen erzählerischen Möglichkeiten als auch die Erscheinungen einer Online-Kultur, die gerade erst im Begriff war sich zu formieren und die eigenen Strukturen und Daseinsformen zu entwickeln. Wie eine digitale Archäologin archiviert und konserviert sie in vielen Werken und Serien die ästhetischen Potentiale dieser Anfänge.
Ihre Arbeiten zeigen, dass das Web zunächst ein heterogener, demokratischer Raum war, der die Kreativität der Nutzerinnen und Nutzer sowie individuelle Ausdrucksweisen gleichermaßen herausforderte und ermöglichte. Erst die Vereinnahmung durch kommerzielle Interessen, verbunden mit der Prämisse der „Nutzerfreundlichkeit“, führte zu jenen glatten Benutzeroberflächen, die das Internet, wie wir es heute kennen, prägen.
In Olia Lialinas Praxis schwingt somit stets eine medienkritische Dimension mit, die offenlegt, was für gewöhnlich im Verborgenem bleibt. Ihre Werke sind auch ein Plädoyer an uns Nutzerinnen und Nutzer, uns selbst zu ermächtigen und die technischen Mechanismen hinter digitalen Benutzeroberflächen zu verstehen, um uns so den freien und dezentralen Charakter des World Wide Webs wieder anzueignen.
