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Kuratorinnenführung durch die Ausstellung online since 1996
Erstelldatum02.09.2026
Am Sonntag, 6. September 2026, um 15 Uhr lädt die Galerie Stadt Sindelfingen zu einer Kuratorinnenführung durch die Ausstellung „online since 1996“ ein.
Am Sonntag, 6. September 2026, um 15 Uhr lädt die Galerie Stadt Sindelfingen zu einer Kuratorinnenführung durch die Ausstellung „online since 1996“ der Netzkunst-Pionierin Olia Lialina ein. Galerieleiterin Hannah Eckstein-Glenz führt durch die Ausstellung und gibt anhand ausgewählter Arbeiten aus den vergangenen 30 Jahren einen umfassenden Einblick in das künstlerische Schaffen der Künstlerin.
Im Rahmen der Führung erfahren die Teilnehmenden mehr über die Entstehung und Konzeption der Ausstellung und erhalten Einblicke in zentrale Arbeiten von Olia Lialina. Darüber hinaus werden die Entwicklung der Netzkunst sowie Lialinas wegweisende Auseinandersetzung mit dem Internet als künstlerischem Medium thematisiert.
Olia Lialina
Als eine der Künstlerinnen der ersten Generation der Net Art nutzte Olia Lialina von Beginn an die technischen Möglichkeiten des Internets, um browserbasierte Arbeiten zu schaffen. Damit trug sie maßgeblich dazu bei, das Internet als neues künstlerisches Medium und eine neue Form der Immaterialität in der Kunst zu etablieren. Schon früh erforschte sie sowohl die erzählerischen Möglichkeiten des Mediums als auch die Entstehung einer Online-Kultur, die gerade erst begann, eigene Strukturen und Ausdrucksformen zu entwickeln. Wie eine digitale Archäologin bewahrt und untersucht sie in zahlreichen Werken und Serien die ästhetischen Potenziale dieser frühen Internetkultur.
Ihre Arbeiten machen sichtbar, dass das Web zunächst ein heterogener und demokratischer Raum war, der individuelle Ausdrucksformen und die Kreativität seiner Nutzerinnen und Nutzer gleichermaßen ermöglichte und herausforderte. Erst die zunehmende Vereinnahmung des Internets durch kommerzielle Interessen und die damit verbundene Forderung nach „Nutzerfreundlichkeit“ führten zu den standardisierten und glatten Benutzeroberflächen, die das Internet heute prägen.
In Olia Lialinas künstlerischer Praxis ist daher stets auch eine medienkritische Perspektive präsent. Ihre Arbeiten machen sichtbar, was hinter digitalen Oberflächen meist verborgen bleibt, und laden dazu ein, die technischen Strukturen des Internets selbst zu verstehen. Zugleich sind sie ein Plädoyer für einen selbstbestimmten Umgang mit digitalen Technologien und dafür, sich den freien und dezentralen Charakter des World Wide Web wieder anzueignen.

