Hinweise und Informationsblatt

INFORMATIONEN ZUM EICHENPROZESSIONSSPINNER

Zurzeit sind im Stadtgebiet vermehrt die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) zu beobachten. Diese sind auf der Suche nach geeigneten Nahrungs- und Nistplätzen, bevor sie sich in den typischen Gespinnstnestern verpuppen. 
Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die haarigen Raupen anzufassen. Ein direkter Kontakt mit den Raupen oder Gespinnstnestern kann bei Menschen zu starkem Juckreiz, Reizungen der Bindehaut oder der Atemwege führen.

Was ist der Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Wie alle Falterarten schlüpft er als Raupe aus dem Ei, verpuppt sich dann und wird anschließend zum Falter.
 
Ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?
Der Eichenprozessionsspinner ist ein natürliches Phänomen, dem mit Augenmaß begegnet werden sollte. Die heranwachsenden Raupen des EPS bilden sehr feine Brennhaare aus. Dies ist je nach Witterung ab Ende April/Anfang Mai der Fall. Die Brennhaare brechen bei Berührung leicht und das darin befindliche Gift wird freigesetzt, was zu Irritationen und Reizungen führen kann.
 
Was kann passieren, wenn man mit Raupen oder deren Brennhaaren in Berührung kommt?
Ein direkter Kontakt kann zu starkem Juckreiz, Reizungen der Bindehaut oder der Atemwege führen. In sehr seltenen Fällen können allergische Reaktionen ausgelöst werden.
Die Symptome lassen meistens nach kurzer Zeit wieder nach, können jedoch auch ein bis zwei Wochen anhalten. Bei Auftreten von Krankheitserscheinungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.
 
Wie kann man mit den Brennhaaren in Berührung kommen?
Es wird dringend davor gewarnt die Raupen zu berühren. Auch die Gespinstnester sollten unter keinen Umständen berührt werden, denn wenn sich die Raupen verpuppen, befinden sich in den Gespinstnestern große Mengen an Brennhaaren. Da die Brennhaare sehr leicht sind, können sie bei starkem Wind mehrere hundert Meter durch die Luft verbreitet werden.
 
Worauf sollte man achten?
Grundsätzlich sollten stark befallene Areale wie z.B. Eichenwälder gemieden werdenRaupen und Gespinste unter keinen Umständen berühren!Sollte es ungewollt zu einem Kontakt mit Raupenhaaren kommen, sofort die Kleidung wechseln, duschen und Haare waschen. Die Kleidung direkt in die Waschmaschine legen.Bei Augenreizung sollten die Augen mit sauberem Wasser gespült werden.
 
Was tut die Stadt Sindelfingen gegen den Eichenprozessionsspinner?
Die Stadt Sindelfingen tut alles technisch mögliche, um das Risiko durch den Eichenprozessionsspinner zu verringern. Dabei stehen die zuständigen Bereiche im steten Kontakt mit Fachstellen, wie z.B. der der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und informieren sich so über aktuelle mögliche Verfahren und Empfehlungen.
 
Mitarbeiter des städtischen Grünpflegebetriebs haben bereits im Frühling identifizierte Eichen in der Nähe von Kindergärten, Schulen und Erholungs- und Freizeiteinrichtungen wie z.B. dem Sindelfinger Freibad mit Bioziden behandelt, damit die Raupen noch vor dem Schlüpfen absterben. Dies geschieht gezielt um die weitere Flora und Fauna nicht zu gefährden. Aufgrund der förderlichen Witterung haben sich leider dennoch Gespinstnester entwickelt.
 
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grünpflegebetriebs beobachten die Eichen in öffentlichen Grünanlagen und Freiflächen in regelmäßigen Abständen. Bereiche mit besonders schwerem Befall werden abgesperrt, die Fachleute entfernen dann die Raupen und Gespinstnester unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Im Stadtwald können, abgesehen von besonderen Orten wie Waldspielplätzen, derartige Maßnahmen nicht durchgeführt werden. Die forstlichen Institutionen des Landes raten zudem nachdrücklich davon ab.
 
In manchen Fällen ist es sinnvoll, dass anschließend die betroffenen Areale stark gewässert werden, um übrig gebliebene Raupenhaare an einer weiteren Verbreitung über die Luft zu hindern. Hierzu arbeitet die Stadt mit der Feuerwehr zusammen.
 
Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen können Raupenhaare in der Natur leider nie zu hundert Prozent ausgeschlossen werden. Die Stadt empfiehlt daher ihren Bürgerinnen und Bürgern die vorgeschlagenen Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Darüber hinaus behält es sich die Stadt vor, besonders befallene Bereiche zur Vorsorge zeitweise abzusperren.

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Mit Eichenprozessionsspinner befallener Baum
Ein mit Eichenprozessionsspinnern befallener Baum
vier Raupen des Eichenprozessionsspinners auf einem Eichenblatt
Raupe des Eichenprozessionsspinners