Gemeinderat und Verwaltung stellen mit gemeinsamer Klausurtagung die Weichen für die Zukunft der Sindelfinger Innenstadt

Stadtverwaltung und Gemeinderat haben in einer gemeinsamen Klausurtagung am 15. und 16.11.2019 über die zukünftige Entwicklung der Sindelfinger Innenstadt beraten. Im Zuge eines Zielbilds soll eine Vision für die Sindelfinger Mitte entstehen, parallel werden bedeutende Schlüsselprojekte weiterentwickelt und Sofortmaßnahmen sowie Realexperimente weiter umgesetzt und evaluiert. Die Beratungen sind Grundlage für eine zukünftige Befassung der Gremien mit den Themen.

Die Sindelfinger Innenstadt steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: Technologische und gesellschaftliche Veränderungen werden zukünftig die Voraussetzungen für und Erwartungen an eine funktionierende Stadtmitte verändern. Vor diesem Hintergrund haben der Gemeinderat und die Stadtverwaltung im Rahmen einer Klausurtagung einen Weg zur zukünftigen Entwicklung der Innenstadt beraten und ihre Ergebnisse in einem Papier zusammengefasst.
 
„Die Sindelfinger Innenstadt befindet sich im Wandel, denn auch in Sindelfingen müssen wir uns den Herausforderungen eines veränderten Konsumverhaltens, neuer Mobilitätsformen, der Digitalisierung und gewandelter gesellschaftlicher Ansprüche an die Freizeitgestaltung stellen. Wir möchten die Zukunft unserer Innenstadt aktiv gestalten! Deshalb haben wir uns Anfang des Jahres mit dem Gemeinderat bei einer Exkursion gut funktionierende Innenstädte angesehen und seitdem bereits Sofortmaßnahmen umgesetzt. Nun wollen wir im Zuge eines Zielbildprozesses eine Vision für die Sindelfinger Mitte der Zukunft entwickeln“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.
 
Erster Bürgermeister Christian Gangl führt genauer aus: „Im Kern unserer Arbeit während der Klausurtagung standen die sechs Säulen des Innenstadtversprechens und eine wichtige Erkenntnis: Eine erfolgreiche Sindelfinger Innenstadt muss in Zukunft in allen sechs Bereichen stark aufgestellt sein. Handel ist und bleibt ein zentraler Schwerpunkt, aber nur im Zusammenspiel mit den anderen fünf Säulen kann unsere vielfältige Mitte zukünftig bei den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, aber auch Gästen aus Nah und Fern punkten.“ Die „6 Säulen des Innenstadtversprechens“ (Handel & Versorgung; Arbeit, Bildung & Entwicklung; Wohnen; Repräsentation & Identität; Gemeinschaft & Teilhabe; Mobilität) sind ein Modell, das die Funktionen von Innenstädten untersucht. Unter der Leitung des Büros Urbanista setzten sich die Gemeinderätinnen und –räte in einem Workshop mit den Funktionen auseinander. Im Blick hatten sie dabei stets die Herausforderungen von übermorgen, die Zukunftsforscherin Doris Sibum in ihrem einleitenden Vortrag verdeutlicht hatte.
 
Im Zuge des Workshops wurden gemeinsame Positionen erarbeitet, die als Prämissen und Thesen die Basis des Prozesses hin zu einer Sindelfinger Mitte der Zukunft stützen, als Selbstverpflichtung dienen und sukzessive fortentwickelt werden. „Ein wichtiger Aspekt ist beispielsweise, dass wir die Energie gezielt in die Entwicklung der Potenziale unserer Mitte stecken werden und dabei zugleich eine noch bessere Verknüpfung mit der Gesamtstadt erreichen möchten: zum einen räumlich, zum anderen aber auch inhaltlich, z.B. durch Kooperationen mit Firmen und Institutionen außerhalb der Stadtmitte“, so Bürgermeisterin Dr. Corinna Clemens. „Ziel ist es, dass die Sindelfingerinnen und Sindelfinger sich noch stärker mit ihrer Innenstadt identifizieren und wir noch mehr Besucherinnen und Besucher in die Stadtmitte locken können.“
Auch sind sich Gemeinderat und Verwaltung einig, dass das Ziel einer vielfältigen Sindelfinger Mitte nur mit Mut erreicht werden kann. Im Prozess soll es daher keine Denkverbote und Raum für Experimente geben. Die Gesamtheit der Positionen ist in einem Ergebnispapier zusammengefasst, das auch weitere Handlungsempfehlungen gibt.
 
„Wir werden die Herausforderungen der Zukunft aktiv angehen und die Entwicklung unserer Innenstadt weiter vorantreiben. Dazu möchten wir parallel:
1. Mit dem Zielbildprozess strategisch die Weichen für unser mittel- und langfristiges Handeln stellen,
2. Weiterhin Sofortmaßnahmen, wie z.B. Wasserelemente umsetzen und evaluieren und
3. Wichtige Schlüsselprojekte, wie z.B. die Entwicklung des Post-/VoBa-Areals, die Gestaltung unseres Marktplatzes und die Belebung unserer Altstadt weiterführen.
Dabei soll stets geprüft werden, ob die Schlüsselprojekte und Sofortmaßnahmen aufgrund fortschreitender Erkenntnisse des Zielbildprozesses gegebenenfalls angepasst werden. So verlieren wir keine Zeit im Prozess“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer. Michael Paak, Leiter des Bürgeramts Stadtentwicklung und Bauen gibt Einblick in diese Projekte: „Es handelt sich in erster Linie um planerische und städtebauliche Themen, wie z.B. die Gestaltung der Planie und der Zugänge zur Altstadt oder aber die Erarbeitung eines zukunftsgerichteten Verkehrs- und Parkraumkonzepts, die wir weiter vorantreiben werden und die zugleich wichtige Ausgangspunkte für die Diskussion im Zielbildprozess bilden.
 
Auch hinsichtlich der bereits begonnenen Sofortmaßnahmen möchte die Verwaltung weiterhin parallel zum Zielbildprozess aktiv sein und experimentieren. „Wir haben seit Anfang des Jahres bereits einige Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, wie z.B. die testweise Verkehrsberuhigung und Bespielung des Wettbachplatzes, die Ansiedlung eines neuen Foodtrucks auf dem Marktplatz und die Einführung eines Round Tables Innenstadt mit vielen wichtigen Akteuren. Und auch in Zukunft sollen tolle Aktionen folgen, wie z.B. ein Bürgerfrühstück in der Innenstadt oder ein City Beach. Wir möchten ausprobieren was klappt, gezielt evaluieren und erfolgreiche Ideen dann auch langfristig etablieren“, so Sascha Dorday, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sindelfingen GmbH.
 
Die Dezernenten blicken auf zwei erfolgreiche Klausurtage zurück: „Gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderats konnten wir einen weiteren wichtigen Schritt für eine zukunftsfähige Sindelfinger Mitte gehen. Wir freuen uns darauf, das Thema gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren anzugehen, nun gilt es in den Gremien durch Beschlüsse die weiteren Schritte einzuleiten.“ Eine entsprechende Sitzungsvorlage wird den Gremien in der Dezemberrunde zum Beschluss vorgelegt, der Prozessauftakt soll dann im Frühjahr 2020 erfolgen.

Download Ergebnispapier der Klausurtagung (82,3 KiB)

(Erstellt am 19. November 2019)