Hohe Qualität sicherstellen

Grundwasser und Grundwasserschutz

Grundwasser ist eine durchgehende Wasseransammlung in tiefen Gesteinsschichten, die durch das Versickern von Niederschlägen oder aus Seen und Flüssen dorthin gelangt. Da es im allgemeinen von Sanden, Kiesen und anderen Teilchen im Boden gefiltert wird, ist es sehr sauber und eignet sich hervorragend als Trinkwasser.

Trotzdem kann es durch Altlasten und einsickernde Schadstoffe verschmutzt werden. Für den Schutz der wertvollen Ressource Grund- und Trinkwasser ist das Amt für Grün und Umwelt, Abteilung Umweltschutz und Landschaftsplanung, verantwortlich. Mit einem Messnetz von über 200 Grundwassermessstellen (vgl. Bild unten) wird in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken die hohe Qualität des Sindelfinger Grundwassers sichergestellt, aus dem ein Teil unseres Trinkwassers gewonnen wird.

Übersichtskarte mit den Grundwassermessstellen in Sindelfingen.
Grundwassermessstellen

An den Grundwassermessstellen wird nicht nur die Qualität des Wassers gemessen (Schadstoffkonzentration aus Industrie, Landwirtschaft und Haushalten), sondern auch der Abstand des Grundwasserspiegels zur Oberfläche. Aus diesen Daten lässt sich ein sogenannter Grundwassergleichenplan errechnen. Aus diesem Plan ist die Fließrichtung des Grundwassers auf seinen verschiedenen Niveaus sichtbar (siehe Kartenviewer). Je näher das Grundwasser zur Oberfläche ansteht, umso schneller reagiert es auf schädliche Einträge und Wetterereignisse wie z. B. starke Regenfälle nach Trockenperioden.

Die in Sindelfingen versickernden Niederschläge speisen viele örtliche Brunnen und Quellen. Die Trinkwasserschutzgebiete schützen das Einzugsgebiet unserer Trinkwasserbrunnen. In den 1990er Jahren wurde unter Mitwirkung der Stadt belegt, dass sich Sindelfingen im Neubildungsgebiet der Heil- und Mineralquellen Stuttgart, Bad Cannstatt und Berg befindet. Seit 2002 befindet sich Sindelfingen mit im ausgewiesenen Schutzgebiet. Das auf der Sindelfinger Gemarkung versickernde Niederschlagswasser erreicht Stuttgart nach einem Fließweg von 18 km und einer Fließzeit von rund 20 Jahren. Der Grundwasserschutz in Sindelfingen hat also nicht nur lokale Auswirkungen, sondern dient auch der Erhaltung des bedeutendsten Heilquellenvorkommens Westeuropas.

Trinkwasserversorgung

Um die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser sicherzustellen, haben Stadt und Stadtwerke ein Gesamtwasserversorgungskonzept erarbeitet. Darin werden alle Aspekte unseres Wassers von der Entstehung über die Nutzung bis zum voraussichtlichen Bedarf im Jahr 2050 berücksichtigt. Eine Empfehlung war, dass der Anteil an Trinkwasser aus eigenen Brunnen mindestens 13 Prozent betragen sollte. Heute beträgt der Eigenwasseranteil im Stadtgebiet etwa 30 Prozent. Dies sorgt für ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von der Bodenseewasserversorgung.

Einen Überblick über die Geologie und den Ausbau aller Brunnen und Quellen bietet das Sindelfinger BrunnenNavi.