Sanierung Tiefgarage Marktplatz

Für Stadtverwaltung, Gemeinderat und die vielen Innenstadt-Akteure hat eine zukunftsfähige Sindelfinger Mitte oberste Priorität. Eine moderne Marktplatz-Tiefgarage soll auch künftig dafür sorgen, dass Besucherinnen und Besucher die Innenstadt gut erreichen und durch weniger parkende Autos im Stadtbild die Aufenthaltsqualität erhöhen.

***Aktuelles***

Beschluss zur Sanierung der Tiefgarage Marktplatz

In seiner Sitzung am 13. Oktober 2020 hat der Gemeinderat entsprechend der Empfehlung der Lenkungsgruppe Innenstadt eine Grundsanierung mit erweiterter Marktplatznutzung beschlossen, ebenso die Beauftragung der Planungsgemeinschaft mit der Entwurfsplanung für die Sanierung.

Bürgerinformation Sanierung Tiefgarage Marktplatz

Am 24. September 2020 waren interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, sich über die Ergebnisse der Vorplanungen und die möglichen nächsten Schritte zur Sanierung der Tiefgarage unter dem Marktplatz zu informieren. Die Veranstaltung im Glaspalast Sindelfingen wurde auch live im Internet übertragen - die Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie hier ansehen.

Sanierung der Tiefgarage Marktplatz

Die Tiefgarage unter dem Sindelfinger Marktplatz ist dringend sanierungsbedürftig, für die Sanierung hat die Planungsgemeinschaft Zimbelmann GmbH, Mayer-Vorfelder und Dinkelacker GmbH & Co. KG im Auftrag der Verwaltung unterschiedliche Varianten erarbeitet. Bei den Sanierungsszenarien standen neben der technischen Machbarkeit, den voraussichtlichen Kosten und der Bauzeit vor allem die Auswirkungen auf die Innenstadt im Vordergrund.
 
„Die Tiefgarage unter dem Marktplatz ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die Sindelfingerinnen und Sindelfinger, aber auch Auswärtige, wenn sie unsere Innenstadt besuchen.  Die Besucherinnen und Besucher schätzen es, mit ihren Einkäufen vom Markt oder aus dem Einzelhandel keine weiten Strecken zurücklegen zu müssen. Ein weiterer Aspekt, der in Innenstädten wichtig ist, ist die Aufenthaltsqualität. Durch die große Zahl unterirdischer Parkplätze steht der öffentliche Raum den Menschen und nicht den parkenden Autos zur Verfügung“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.
„Während der Sanierung ist es uns wichtig, dass die Zeit der Baumaßnahmen mit möglichst geringen Einschränkungen für die Innenstadt verbunden ist. Nach der ersten Vorstellung der Sanierungsvarianten im letzten Jahr haben wir auf Wunsch der Gremien eine neue Variante erarbeiten lassen, die eine hohe Lebensdauer des sanierten Bauwerks mit möglichst geringen Einschränkungen bei der Nutzung unseres Marktplatzes während der Sanierung kombiniert, die aber auch mehr kostet.“
 
Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens: „Die Tiefgarage liegt im Herzen unserer Innenstadt. Von dort sind etwa die Geschäfte und gastronomischen Angeboten am und um den Markplatz, das Sterncenter, der Wochenmarkt oder unsere Altstadt mit wenigen Schritten erreichbar. Und sie wird gut genutzt: Zu Spitzenzeiten ist die Tiefgarage – etwa an Markttagen – beinahe vollständig belegt.“

„Für die Sanierung hat die Planungsgemeinschaft verschiedene Varianten geprüft, darunter Varianten einer Sanierung des Bestands und Varianten, die eine umfassende Grundsanierung vorsehen. Für eine zukunftsfähige Tiefgarage ist eine Grundsanierung wichtig, weil damit eine längere Lebensdauer des Bauwerks verbunden ist und wir nicht in einigen Jahren wieder nachbessern müssen. Eine Grundsanierung bedeutet aber auch größere Eingriffe in das Bauwerk. Mit der zuletzt erarbeiteten Sanierungsvariante haben wir eine technische Lösung gefunden, bei der die Einschränkungen auf dem Marktplatz möglichst gering sind. Dabei ist eine Sanierung in zwei Bauabschnitten vorgesehen, der Wochenmarkt beispielsweise kann – mit zwischenzeitlicher Verlagerung auf den oberen bzw. unteren Bereich – auf dem Marktplatz verbleiben,“ erläutert Horst Färber, Leiter des Tiefbauamtes. „Diese Variante entspricht auch dem Wunsch der Lenkungsgruppe, die dem Gemeinderat nun empfohlen hat, die Variante planerisch weiterzuverfolgen und eine entsprechende Entwurfsplanung zu beauftragen.“

Großprojekte in Zeiten der Haushaltskonsolidierung

Mit Blick auf die aktuell kritische Haushaltslage schlägt die Verwaltung bewusst vor die Planungen weiterzuführen.
Wir stehen derzeit vor großen finanziellen Herausforderungen, der massive Einbruch der Gewerbesteuer aber auch die Corona-Krise zwingen uns den Gürtel enger zu schnallen. Dennoch sind wir bereit auch in umfassende Planungen zu investieren, denn wir befinden uns in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite gilt es konsequent zu sparen, auf der anderen Seite geht es aber um notwendige Investitionen in die Zukunft unserer Stadt. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Sindelfinger Innenstadt, für die unsere Tiefgarage von zentraler Bedeutung ist. Wir möchten die Entwurfsplanung für die Marktplatz Tiefgarage beauftragen, sodass sie reif für den Baubeschluss ist,“ so Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.

Investitionen in die Stadtmitte

Auch darüber hinaus investiert Sindelfingen in seine Stadtmitte. Die Sindelfinger Mitte steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: die Digitalisierung, der Wandel im Verbraucherverhalten und in der Mobilität und viele weitere Faktoren verändern Innenstädte weltweit, insbesondere auch die Erwartungen an eine attraktive Stadtmitte. „Wir gehen die Zukunft unserer Sindelfinger Mitte aktiv an und haben dafür gemeinsam mit dem Gemeinderat drei Bereiche herausgearbeitet: So haben wir bereits 2019 mit der Umsetzung erster Sofortmaßnahmen begonnen und beispielsweise den Wettbachplatz testweise verkehrsberuhigt. Erst kürzlich haben wir unseren Zielbildprozess gestartet, in dem wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern eine langfristige Vision für die Mitte erarbeiten – und wir treiben gleichzeitig wichtige Schlüsselprojekte in der Innenstadt, wie beispielsweise die Entwicklung des Post-/VoBa-Areals voran,“ sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.

Rückblick

  • In der Sitzung am 13. Oktober 2020 hat der Gemeinderat entsprechend der Empfehlung der Lenkungsgruppe Innenstadt eine Grundsanierung mit erweiterter Marktplatznutzung beschlossen, ebenso die Beauftragung der Planungsgemeinschaft mit der Entwurfsplanung für die Sanierung.
  • In der Sitzung am 28. Juli 2020 wurden dem Gemeinderat Sanierungsvarianten einschließlich der Empfehlung der Lenkungsgruppe für eine Grundsanierung mit erweiterter Marktplatznutzung vorgestellt.

Hintergrund/Bedarf

Weshalb muss die Tiefgarage saniert werden?

Die Tiefgarage Marktplatz wurde 1981/82 erbaut. Weil im dritten Untergeschoss ein Schutzraum eingerichtet wurde, der im Katastrophenfall u.a. auch das Eindringen von Gas verhindern sollte, verzichtete man auf sogenannte Dehnungsfugen in den Betonwänden. Solche Fugen ermöglichen eigentlich Bewegungen im Bauwerk, wie sie z.B. durch kleinere Verformungen des Betons oder durch Temperaturschwankungen entstehen. So jedoch bildeten sich über die Jahre Spannungsrisse im Bauwerk, in die Grundwasser eindringt. Im Winter tragen die Autos mit Streusalz versetztes Tauwasser in die Tiefgarage, das ebenfalls in die Risse gelangt und die Bausubstanz zusätzlich angreift.  
 
Das Bauwerk ist mittlerweile massiv geschädigt, im 2. und 3. Untergeschoss wurden deshalb Stützen angebracht. Eine Sanierung soll sicherstellen, dass die Tiefgarage auch in Zukunft erhalten bleibt und deutlich komfortabler wird.

Die Mobilität entwickelt sich weiter – besteht zukünftig überhaupt noch Bedarf für eine Tiefgarage in der Innenstadt?

Wir gehen außerdem davon aus, dass auch bei Veränderungen des Mobilitätsmixes und des Mobilitätsverhaltens der Bedarf an zentralen Stellplatzanlagen in der Innenstadt bestehen bleibt. Ein Wandel hin zur Elektromobilität erfordert zwar infrastrukturelle Anpassungen (z. B. weitere Lademöglichkeiten), der Platzbedarf bleibt im Wesentlichen jedoch erhalten. Ein Platzangebot an unterirdischen Parkplätzen ermöglicht zudem, in der Alt- und Innenstadt künftig Flächen für Fußgänger und Radverkehr sowie attraktive Aufenthaltsbereiche vorzuhalten.

Eine gut dimensionierte, kundenfreundliche Tiefgarage unter dem Marktplatz halten wir deshalb auch in den nächsten Jahrzehnten für ein wichtiges Ausstattungsmerkmal der Sindelfinger Mitte.